Mittwoch, 22. Februar 2012
   
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Reisebericht Kanada







Nun sind 7 Wochen Kanada schon Vergangenheit; es hat uns dort gut gefallen. Die Tour mit dem Wohnmobil war auch toll, gar nicht beengt, im Gegenteil, es war sehr praktisch, das eigene Haus immer dabei zu haben. Auch Marie fand das prima. Wir waren allerdings auch froh, das Wohnmobil am Ende wieder heil abgegeben zu haben, da man doch im Falle eines Schadens hohe Eigenanteile zahlt (1500 € defekte Scheiben, 1500 € platter Reifen…). Das Teil war so gut in Schuss, dass wir manchmal ein schlechtes Gewissen hatten, wenn Marie alles als Spielplatz oder Klettergerüst benutzt hat.

 

Wir sind von Vancouver über Squeamish nach Whistler gefahren. Dort hatten wir eine nette Begegnung bei den Nairn Falls, Nähe Whistler. Erst hatten wir die Familie nur nach einem freien Platz auf dem Campground gefragt, später trafen wir sie dann an einem Badesee wieder, zu dem wir zu Fuß marschiert waren, endlos und bergauf, bergab. Wir kamen wieder ins Gespräch und stellten fest, dass die Ehefrau aus Deutschland kam und in Vancouver verheiratet ist und die beiden Kinder in Maries Alter sind. Marie war erst etwas schüchtern, aber dann spielten die drei prima miteinander und konnten sich auch gut verständigen, da Benjamin und Corinna ja auch deutsch sprechen! Abends haben sie uns bei unserem Wohnmobil besucht und zum Marshmallow-Grillen eingeladen. Klar haben wir da mitgemacht. Marie fand das Grillen toll, nur leider aß sie die Marshmallows nicht selbst, sondern fütterte uns damit, bis wir uns selbst fühlten wie ein Marshmallow… Die Großen tranken Wein und philosophierten am Feuer. Zum Abschied haben Sabine und Jude uns eingeladen, Maries Geburtstag im Oktober bei ihnen in Vancouver zu feiern. Darüber haben wir uns sehr gefreut, weil Marie so wenigstens ein paar Kinder zu ihrem Geburtstag zum Spielen hatte.

 

In Whistler, der Olympiastadt, waren ausgiebig bummeln: Marie und Benno haben wir Wander- bzw. Turnschuh verpasst und dann waren noch unsere handy-Proleme zu lösen… Mein (Hildegard) handy ist nämlich kein Breitband-handy und somit nicht übersee-tauglich! Und ich wunderte mich schon, warum ich nirgendwo ein Netz bekam… Am nächsten Tag fuhren wir mit der Gondel auf den nächsten Gipfel und Marie konnte durch Schnee laufen. Die folgende Gondel fuhr von Gipfel zu Gipfel mit einem Glasboden. Diese Gondelbahn überspannt 4,8 km zwischen den Bergspitzen und an der höchsten Stelle kann es einem schon mulmig werden, wenn man den Glasboden herunterblickt! Wanderwege gab es fast gar nicht; alles war auf MountainBiker ausgerichtet.

 

In Lilloet, dem Ausgangsort der Miles-Häuser, haben wir eine deutsche Bäckerei gefunden. Dies wäre nicht unbedingt erwähnenswert, wenn nicht dort ganze Schlangen an Menschen gewartet hätten; auch Busse entluden ihre Gäste in diese Bäckerei. Da wir schon nach der ersten Woche das ewige Weißbrot leid gewesen sind, war das ein willkommener Genuss: Roggenbrot mit Schwarzwälder Schinken, Brezeln, etc. Die Bäckerei wird wie Vieles nur bis Herbst betrieben, dann fliegen die Inhaber nach Mexiko und überwintern in der Sonne.

 

Ein guter Ausgleich für das labbrige Weißbrot sind aber die guten Steaks. Wir haben uns jeden Abend auf unserem Lagerfeuer dicke, leckere Rindersteaks gegrillt, die hier erschwinglich sind und von guter Qualität. An jedem Stellplatz im Campingplatz befindet sich eine Feuerstelle, die so gut ist, dass wir zu Hause genau so eine nachbauen werden.

 

Dann sind wir über Lilloet die „;Miles-Häuser“ abgefahren. Das sind immer Rasthäuser an der Straße, die die Entfernung von Lilloet beim großen Goldrausch wiedergeben: 58 Miles-House, 100-Miles-House etc. Dort wurden Pferde gewechselt, Proviant gekauft… Es liegt in der Sache selbst, dass sich dort viele kriminelle Gestalten herumtrieben. Am meisten hat uns das 108-Miles-House bewegt. Dort führte eine englische Frau das Haus und hat die Goldsucher, wenn sie mit ihren Reichtümern zurückkamen, gut bewirtet, mit „leichten Mädchen“ versorgt und dann um ihr Gold leichter gemacht, aber erst, nachdem sie sie umgebracht hatte. Das fiel auch gar nicht auf, da die meisten allein unterwegs waren und nicht irgendwo gemeldet waren. Es konnten ihr anhand der Leichenteile und der Aussagen der befreiten Mädchen 68 Morde nachgewiesen werden. Die hiesigen amtlichen Stellen schätzen, dass es über 100 sind. Erst nach der Festnahme wurde festgestellt, dass die Frau in England flüchtig war, weil sie dort 7 Männer umgebracht hatte. Das interessanteste dabei ist, dass das Gold ihrer Opfer, das sie gehortet und versteckt hat, noch irgendwo vergraben sein muss. Bei der Umgestaltung ihres Miles-Houses zum Museum hat man die Bauarbeiten bewachen müssen. Es sind dabei aber nur geringe Goldfunde sichergestellt worden. Vor drei Jahren hat ein Bauer in der Nähe beim Pflügen mehr als einen Kilo Gold gefunden, so dass nun die Spekulationen wieder losgehen und viele in der Gegend suchen! Ich, Benno, bin letztendlich froh, dass mir mit Hilde so etwas nicht passieren kann…. Wenn ich auch der Meinung bin, dass die Frau das mit mir nicht geschafft hätte!

 

In Barkerville, der Goldgräberstadt, wird eine Art Freilichtmuseum betrieben, in der die alten Häuser wieder restauriert oder nachgebaut worden sind, mit Saloons, Hotels, Geschäften, der ganze Straßenzug von früher ist intakt mit Einwohnern in Originalkleidung. Das Goldgraben ist jetzt verboten worden, da die Umweltschäden dramatisch waren. Man hatte mit riesigen Wasserkanonen ganze Hänge abgetragen und durchgespült und somit die ganze Landschaft verändert. Die Hysterie kann man nur verstehen, wenn man weiß, dass ein Claim nur 31 * 31 Meter groß war, aber manche binnen Tagen auf Goldadern gestoßen sind, die damals schon 180.000 Dollar wert waren (heute über 10 Millionen). Auch ich (Hilde) und Marie sind dem Goldfieber verfallen und haben im Bach Kieselsteine gewaschen, leider erfolglos. Ich (Benno) habe mich da rausgehalten, weil die Gefahr zu groß ist, bei erfolgreicher Goldsuche so zu enden wie im 108-Miles-House. Aber immerhin hat Marie drei bis vier Gramm echtes Gold unter Anleitung gewaschen und durfte es auch mitnehmen.

Bei den Kosten, die eine solche Wohnmobilfahrt produziert, könnte man eine Goldmine gut gebrauchen…

 

Kanada ist in den letzten Jahren durch den starken CAN-Dollar so teuer geworden, dass Amerikaner, die 85 % der Urlauber gestellt haben, fast gar nicht mehr kommen, nur noch Europäer Wohnmobile mieten. Die teuren Trophäenträger (Elche, Hirsche, Bären) werden an Amerikaner fast gar nicht mehr verkauft.

In Barkerville hat uns noch der Friedhof bewegt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Goldgräber lag bei ca. 29 Jahren. Viele sind schon auf dem grausamen Weg dorthin umgekommen, verhungert, bei Grubenunfällen getötet worden oder durch Krankheiten bei dem nassen und kaltem Wetter umgekommen. Die Minen konnten nur über die Sommermonate betrieben werden. Auch wir haben dort Anfang September im Wohnmobil nachts die Heizung angemacht (Frost) und können uns gut vorstellen, wie unwirtlich das Wetter dort im Winter ist.

 

 

Die tollen Wanderungen, die wir gemacht haben, sind kaum zu beschreiben; besonders wie Marie die Touren bewältigt hat mit ihren kurzen Beinen, aber einer nicht enden wollenden Energie. Meistens ist das Ziel ein Gebirgssee gewesen mit traumhaften Blicken auf einen Gletscher. Wir hatten auch immer unsere Bärenglocke dabei, denn man nimmt es zwar nicht richtig ernst und glaubt, dass es nur Touristenbeschreibungen sind, aber wie schnell solch eine Situation eintreten kann, haben wir zuerst in Whistler erlebt. Dort gingen wir aus der Stadt zu unserem Campground und wunderten uns, dass von einem Fußballfeld alle Leute zu uns schauten und zu uns winkten. Wir haben dann in die Luft geschaut und dachten, die beobachten einen Segelflieger o.ä., aber nein! Als wir uns umdrehten, sahen wir direkt hinter uns zwei Schwarzbären, die sich abmühten, in ein Gewächshaus einzubrechen… Es waren höchstens 40 Meter. Natürlich nicht zu vergleichen mit der zweiten Bärenbegegnung im Okanagan-Valley, wo wir den Bären in sieben Metern Entfernung entdeckten. Er saß im Bach und fischte Lachse. Zum Glück war er ein guter Angler und hatte somit wenig Appetit auf uns. Binnen Minuten hatte er drei bis vier Lachse mit seinen Pranken gefischt, fraß sie, ließ einen liegen und verschwand zwischendurch im Gebüsch. Seine nassen Tatzenabdrücke auf dem Weg waren beeindruckend! Marie saß auf Bennos Schultern und meinte nur ganz cool: „Papa, wenn er jetzt kommt, beißt er dich ins Bein. Mich kriegt er nicht!“

 

Vom nördlichsten Punkt, Prince George, mit Campingplatz direkt auf der Autobahn (so kam es uns vor), fuhren wir drei Stunden auf einem Highway fast allein bis Mount Robson. Kaum Autos, da muss man schon aufpassen, immer konzentriert zu fahren. Hier bin ich (Hilde) auch zum ersten Mal gefahren, macht Spaß. Mount Robson ist einer der höchsten Berge, schneebedeckt. Hier sind wir auch zum Gletschersee gewandert und hatten fast eine Erscheinung. Während wir an dem See Pause gemacht haben, kam plötzlich ein Bächlein angeflossen, das vorher noch nicht da gewesen war! Das Bächlein wurde zum Bach und sofort wollte Marie einen Staudamm bauen, unermüdlich schleppte sie Steine an und verbaute sie. Am Ende war es ein riesiger Stausee, aber plötzlich nach einer Stunde versiegte der Bach wieder und außer der frisch gebauten Staumauer erinnerte nichts mehr an dieses frisch geschmolzene Gletscherwasser…

 

Weiter ging es dann zum Jasper National Park. Auf der Fahrt konnten wir schon über die hohen Felsformationen staunen, die sich nahtlos aneinanderreihten. Der Campground in Jasper ist endlos groß, trotzdem verteilen sich die Camper gut auf dem großen Gelände, da er in die absolute Wildnis integriert ist. Das zeigt sich auch darin, dass der Campground noch immer Weidegrund für Wapiti-Rudel ist. Wir waren schon überrascht und begeistert, als wir Tiere mit ihren Kälbern unmittelbar (7 Meter) neben unserem Grillplatz sahen. Die Muttertiere waren zu dieser Zeit nicht ungefährlich, da sie ihrem natürlichen Instinkt folgend ihre Kälber beschützen wollten. Über die Größe waren wir erstaunt, sowohl das Stockmaß wie auch das Gewicht schlägt mindestens um ein Drittel unser Rotwild. Nach zwei Tagen mussten wir auf einen anderen Stellplatz umziehen, der näher an einer großen Freifläche war. Hier kam ein mächtiger kapitaler Hirsch direkt zwischen den Wohnmobilen hindurch. Er verfolgte ein Schmaltier und als ich (Benno) näher heranging, um ein Foto zu machen, nahm er mich als vermeintlichen Nebenbuhler an. Unser Bestreben war es in solchen Situationen immer, Marie zu schützen, die sogleich im Wohnmobil verschwinden musste. Der mangelnde Jagddruck in solchen Nationalparks führt natürlich dazu, dass das gesamte Hochwild keinen Respekt und keine Scheu vor den Menschen hat. Dies hat Vorteile, aber auch Nachteile. Damit die Bären nicht respektlos über die Campgrounds streichen, müssen alle Lebensmittel hermetisch abgeschlossen sein, so dass sich nicht einmal Gerüche bilden können (ein Bär riecht 100mal so gut wie ein Hund).

Der Aufenthalt in Jasper war erholsam. Das Städtchen bot viele nette Cafes und in der Umgebung gab es viele Seen zu erkunden, in denen wir auch baden konnten (Marie war dabei am unerschrockendsten). Außerdem konnten wir auch wieder durch Schluchten zu tosenden Wasserfällen wandern. Insgesamt eine Zeit zum Seele baumeln lassen.

 

Im Wohnmobil hatten sich auch schon einige Rituale entwickelt. So wurde abends immer Karten gespielt: Maumau, lügen und betrügen, Buben anlegen und Schafskopf. Außerdem haben wir viel gelesen, Marie hat beim Kochen und Lagerfeuer anzünden geholfen und schließlich hat sie schon ganz allein den Teig für ihre Pfannkuchen vorbereitet und gerührt. Zwischendurch hat sie emsig das ganze Wohnmobil gefegt oder die Fenster mit feuchten Tüchern geputzt.

 

Von Jasper ging es zu den Icefields, wo wir bis zu einer Gletscherzunge gehen konnten. Hier wurde gewarnt, auf keinen Fall die Gletscherzunge zu betreten, da schon viele aus den eisigen Gletscherspalten gerettet werden mussten. Am meisten beeindruckte uns und Marie das Bild eines kleinen Jungen, wir nannten ihn Klaus, der in der Spalte steckte und trotz Rettung nach drei Stunden bereits erfroren war. Marie wich danach nicht mehr von unserer Seite.

 

Dann ging es weiter nach Lake Louise. Hier mussten wir das erste Mal bei der Einfahrt in einen Campground Schlange stehen, aber es war noch Platz genug. Marie hat in diesem Stau mit unseren Hintermännern Kontakt aufgenommen. Sie hatten später den Stellplatz neben uns und entpuppten sich als nette Dänen, mit denen wir an einem Abend eine nette Unterhaltung bei mehreren Flaschen Wein hatten. Wir klärten sie über die Dänenfallen auf, weswegen Marie Dänen gegenüber immer misstrauisch war. Die Dänen hatte Wickies Wikinger mit einer fiesen Falle überrumpelt und seitdem heißen bei uns alle Stolperfallen wie Baumwurzeln, Steine o.ä. nur noch Dänenfallen. Seit dieser positiven Begegnung mit echten Dänen ist sich Marie zumindest nicht mehr ganz so sicher, ob alle Dänen fies und gemein sind.

 

In Lake Louis wandern wir natürlich zum Lake Louise, Dauer ca. eine Stunde bergauf. Angekommen treffen wir auf hunderte andere, die den Weg mit dem Auto genommen haben. Aufs Bootfahren verzichten wir auch hier, denn eine Stunde soll ca. 50 Euro kosten, schade. Mietpreise für Boote oder Fahrräder sind überall immens, bis zu 80 Euro die Stunde. Kein Wunder, wenn die Garagen dann voll stehen.

 

Nächster Anlaufpunkt ist Banff. Auf der Fahrt dorthin machen wir mehrere Sightseeing-Stopps: Wasserfälle, Aussichtspunkte, Bergseen und Gletscher. Unser Campground ist wie leergefegt, es gibt aber noch zwei weitere, die kleiner sind und vielleicht etwas voller? Banff selbst besteht hauptsächlich aus einer Einkaufsmeile, bei der sich ein Souvenirladen an den anderen reiht, nur unterbrochen von Fastfood-, Candy- oder Steakhäusern. Auch wir genießen den einen oder anderen Kaffee und Gelegenheit und waschen mal wieder alles durch in einer laundry. Marie hilft fleißig beim Wäsche- und Geld-einwerfen und am Ende beim Falten. Die Wartezeit vertreiben wir uns mit Maumau-spielen. Ca. alle 10 bis 14 Tage ist solch ein Waschtag nötig.

Dann gehen wir noch in den lange versprochenen HotSprings-Pool. Das Wasser kommt tatsächlich heiß aus der Felswand, aber das Bad an sich ist ziemlich antiquiert. Trotzdem macht es jede Menge Spaß zu baden ohne zu frieren.

 

Von Banff aus beginnen wir die Rücktour Richtung Vancouver über Sicamus durch das wunderbare Okanagan-Valley. Dort ist es richtig warm und wir essen viel frisches Obst, das dort angebaut wird. Noch nie haben wir solche großen und süßen Kirschen gegessen!!! Und Aprikosen, Pfirsiche, Erdbeeren, Äpfel…

Eine Nacht bleiben wir noch in Harrison Hot Springs und gehen auch dort in die heißen Quellen. Marie schwimmt wieder wie ein Weltmeister und spielt dabei noch Prinzessinnengeschichten. Uns fällt nur auf, dass die Bäder reichlich antiquiert sind und einer Überholung bedürfen.

 

Die letzte Woche verbringen wir auf Vancouver Island, wohin wir mit einer Fähre von Tsaswassen nach Viktoria übergesetzt haben. Zuerst schauen wir uns deren Hauptort Viktoria an mit netten Cafes, einem schönen Hafen und einem besonders für Kinder interessanten Museum. Unser Campground befindet sich direkt an einem kleineren Hafen, Marina Bay, und wir können zu Fuß am Wasser entlang in die City spazieren. Das Wassertaxi konnten wir leider nicht nehmen. Außerdem beobachteten wir ständig Wasserflugzeuge, die dort starteten und landeten. Später lernten wir, dass damit die Abgeordneten nach Vancouver geflogen wurden, denn das Parlament hat seinen Sitz in Viktoria, viele Abgeordnete aber wohnen in Vancouver. Direkt an unserem Hafen befinden sich auch idyllische zweistöckige Hausboote der Luxuskategorie, von denen jeweils eines bestimmt mind. eine Million gekostet hat. Wir nehmen auch noch ein Lampionfest mit, ein langer Umzug am Ufer entlang mit Feuertänzern und Feuerschluckern. Das war für Marie noch toll. Benno war anschließend noch bei einer Lifeband, die ihm so gut gefallen hat, dass er hofft, dass sie noch entdeckt werden.

 

British Columbia gehörte lange Zeit nicht zu Kanada. Die eigentliche Festungsgarnison war Viktoria; Vancouver war nur ein kleiner Hafen. Erst durch den Goldrausch und durch die Bedeutung als Pazifikhafen wuchs Vancouver zu der heutigen Größe und stellt eines der großen Wirtschaftsmetropolen Nordamerikas dar. Die ersten Abgeordneten konnten nicht durch Kanada nach Toronto fahren, um an Versammlungen teilzunehmen, sondern mussten über USA die anderen nördlichen Städte Kanadas erreichen. Der Bau der Kontinentaleisenbahn, die die Ostküste mit der Westküste verband, war eine der größten technischen Herausforderungen und konnte erst spät realisiert werden. Wir haben im Zentralbergmassiv spiralförmige Tunnel erleben können, die zum Ziel hatten, die extrem starken Steigungen zu dämpfen. Wie in einer Spielzeugeisenbahn sahen wir ganze Züge im Bergmassiv Schleifen drehen, um die Steigungen zu bewältigen. Wie man diese Tunnel um 1890 so genau bohren konnte, ist uns immer noch ein Rätsel.

 

Die eigentliche Bevölkerung Kanadas (32 Mio.) wohnt in einem schmalen ca. 200 km breiten Streifen an der Grenze zu den USA (über 90 % der Bevölkerung). Es wird einem dann klar, dass über weite Flächen keiner wohnt. In Deutschland haben wir eine Einwohnerzahl pro qm von 270, in Kanada 0,2 Personen je qm. Berücksichtigt man den Bevölkerungsstreifen an der Grenze zu den USA, so wird deutlich, dass über 1000e von qm keiner wohnt. Uns ist aufgefallen, dass es der kanadischen Wirtschaft sehr gut gehen muss, weil überall neue Straßen gebaut worden sind. Auch die Campgrounds, die wir erlebt haben, sind toll gepflegt. Auch insgesamt ist alles sehr sauber. Nirgendwo liegt Müll herum, Raucher werden geächtet und Hundebesitzer heben den kleinsten Hundehaufen selbst mitten im Wald auf! An der Leine sind direkt immer die kleine Tütchen befestigt, damit man sie im Falle eines Falles schnell zur Hand hat. Auch Alkoholliebhaber werden geächtet. Man kriegt den Alkohol nur in speziellen Liquorshops… Unser erster Versuch, eine Flasche Wein zu kaufen, endete in einem Fiasko, statt Wein hatten wir eine Flasche Traubensaft gekauft, die genauso verkorkt war und erst sehr süffig schmeckte, aber wir dachten, wann kommt endlich dieses Schwebegefühl; Marie im Bett, aber die Party begann nicht…

 

Vancouver Island zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur ca.580 km lang und zwischen 100 / 150 km breit ist. Auf Vancouver Island sind die nördlichsten Regenwälder der Welt, da der Pazifik hier seine Regenmassen ablässt. Diese teilweise über 1000jährigen Bäume erreichen vom Stamm her gigantische Ausmaße, wovon wir uns selbst überzeugt haben. Durch die rigorose Waldbewirtschaftung der Holzkonzerne sind diese wertvollen Regenwälder stark geschrumpft. Es war schon ergreifend, zwischen diesen Baumriesen zu stehen.

Unser eigentliches Anliegen auf Vancouver Island war aber das Whale-watching, das oben in Telegrafe Cove am erfolgreichsten sein soll. Telegrafe Cove war uns auch aus dem Roman „Der Schwarm“ bekannt. Um dort hinzukommen fuhren wir durch endlose Nadelwälder, erlebten hier auch unsere ersten richtigen Regentage. Wir hatten in Viktoria noch echtes T-Shirt-Wetter, doch jetzt mussten wir mit kaltem Wind und Frostnächsten kämpfen. Die Heizung in unserem Wohnmobil lief auf Hochtouren und wir waren froh über das tolle Bettzeug. Der Campground dort war auch wie leergefegt; wir waren vielleicht noch zu dritt. Immerhin hatte das Killer Whale Cafe noch geöffnet, wo ich (Hilde) die besten Shrimps meines Leben gegessen habe (mit Kokos und Curry) und ich (Benno) durfte auch einen probieren.

Das Whale Watching begann mittags bei Sprühregen, das Boot war nur zu einem Viertel besetzt, so dass jeder sowohl drinnen als auch draußen immer gut schauen konnte. Alle standen an der Reling und suchten Wale, am Anfang waren wir über den ersten Wal schier aus dem Häuschen, aber dann sahen wir noch so viele! Die Besatzung war eigentlich davon ausgegangen, dass wir nur Minkwale oder Killerwale sehen, jedoch haben wir ganze Herden von Hampcock-Walen gesehen. Wir konnten die spezielle Jagdmethode beobachten, nämlich das Einkreisen der Fischschwärme durch Absonderung von Luftblasen. Hierzu arbeiten 5 bis 6 Wale zusammen, die erst die Fischschwärme umschwimmen, sie dann immer weiter zusammentreiben und sie dann durch Aussonderung von gigantischen Luftblasen nach oben treiben, um dann mit ihren Riesenmäulern durch die Schwärme zu schwimmen und die Fische einzufiltern. Das Schauspiel wird Minuten vorher angekündigt durch Vogelschwärme, die sich als erstes an den nach oben gedrückten Fischen bedienen. Jeder Wal wird nach Möglichkeit fotografiert und katalogisiert, so dass das Whale Watching gleichzeitig der Wissenschaft dient, denn so können die Wanderbewegungen der Wale analysiert werden. Nebenbei haben wir auch ganze Rudel von Seelöwen beobachten können. Marie fand das Spektakel nicht ganz so spannend wie wir Großen und zog es vor, beim Kapitän zu bleiben und ihm ihre Lieder vorzusingen und vorzutanzen. So wurde auch ihr nicht langweilig (dem Kapitän bestimmt auch nicht). Eigentümlich fanden wir nur, dass die Teilnehmer unserer Gruppe enorm redefaul waren. Keiner nahm Kontakt zum anderen auf, jeder hatte nur sein riesiges Fotoobjektiv im Sinn, um damit das beste Foto zu schießen. Wir sind mit unserer kleinen Kamera sehr gut bedient, können damit überall Aufnahmen machen, die uns später an unsere Erlebnisse erinnern können. Alles andere können Bildbände besser.

 

Kurz nach der Abreise von Telegrafe Cove haben wir uns an einem Sägewerk noch fasziniert angeschaut (besonders Benno), wie gigantische Radlader ganze

LKW-Ladungen Holz mit einem Griff abluden. Die LKW hatten sicherlich das zwei- bis dreifache unserer LKW geladen. Es ist eben alles ein wenig größer in Kanada.

 

Wieder in Viktoria auf unserem alten Campground angekommen hatten wir uns mit Benjamin und seiner Familie verabredet. Wir sind gemeinsam in das British Museum gegangen, ein Naturkundemuseum, und hatten viel Spaß dabei. Besonders natürlich die Kinder, die prima zusammen alles erkundeten: die hiesige Tierwelt in ausgestopfter Form aber in ihrem wie echt dargestellten Lebensraum, das Leben im 19ten Jahrhundert mit Goldsucherstätten, ganzen Straßenzügen, Indianerdörfern mit Marterpfählen und verschiedenen Zelttypen, eine Meeresforschungsstation zum Ausprobieren etc. Es war ein schöner Wiedersehenstag und wir freuten uns schon darauf, Maries Geburtstag in der nächsten Woche bei Benjamin und Corinna feiern zu können. Benjamin ist ein wahrer Klettermeister und als wir im Cafe saßen, war er plötzlich verschwunden und in einer nahe gelegenen Zypresse wackelten in sieben Meter Höhe nur noch die Äste. Von ihm war nichts zu sehen. Da er aber sehr sicher kletterte und sich gut festhielt, fiel zwar der Opa fast in Ohnmacht, aber die Mutter nicht. Uns selbst war auch ein wenig mulmig; wir waren froh, als er wieder unten war. Das Klettern von Benjamin hat Marie so fasziniert, dass sie seitdem auch auf alles klettern möchte. Sie ist dadurch schon sehr sicher geworden. Benjamin und Corinna haben auch in anderen Bereichen Marie positiv beeindruckt. So war sie total ergriffen davon, dass Corinna alles isst (Wurst, Fleisch, Gemüse, sogar Lachshaut beim Geburtstagsessen). Seitdem versucht Marie sich auch an für sie exotische Sachen wie Fisch oder Käse heranzuwagen. Zumindest probiert sie alles, um danach zu entscheiden, ob es nur mit einem Getränk herunterzuschlucken ist oder tatsächlich lecker schmeckt!

 

Wir kehrten dann wieder nach Vancouver zurück und so langsam schloss sich der Kreis unserer Reise in Kanada. Nach der vielen Natur in den letzten Wochen war uns die Stadt selbst zu voll, zu anstrengend. Super war allerdings die S-Bahn dort, die vollautomatisch funktioniert. Marie konnte im ersten Wagen ganz vorn sitzen und quasi steuern, was sie dann auch mit Begeisterung tat und uns dabei immer Anweisungen entgegen schmetterte.

Dann kam endlich der lange und sehnlichst erwartete Geburtstag! Wir hatten in der Nacht das ganze Wohnmobil mit Luftballons geschmückt und die Geschenke an einem Band übers Bett gehängt. Beim Aufwecken mit ihrem Geburtstagslied bekam Marie dann auch große Augen und packte andächtig ein Geschenk nach dem anderen aus. Am meisten freute sie sich über die Prinzessinnen-Barbie-Puppe, die sogar ihr Röckchen kurz und lang tragen kann. Wir gingen zusammen schwimmen und bereiteten uns dann auf das Feiern bei Benjamin vor. Zuerst spielten die Kinder im Garten, dann gab es ein Festessen mit frisch gegrilltem Lachs und als Nachtisch dann den Geburtstagskuchen mit Kerzen und den Geschenken von Benjamin, ein selbstgebastelter Indianerschmuck, von Oma und Opa und der Brief von Uta aus Holtheim. Nur eine halbe Stunde nachdem uns Sabine erklärt hatte , dass Judd den Esszimmertisch und die Stühle geerbt hatte, passierte natürlich noch ein Unglück. Benjamin und Marie tobten, Marie fiel mit dem Stuhl um und dabei brach eine gedrechselte Lehne ab. So hat unsere Haftpflicht jetzt auch mal einen Auslandsfall zu bearbeiten. Insgesamt war es ein schöner Tag und wir waren froh, dass es auch ein richtiger Kindergeburtstag war. Hoffentlich können wir uns im nächsten Jahr revanchieren, wenn der

 

Am nächsten Tag mussten wir das Wohnmobil wieder abgeben und da wir fürchteten, dass sie dort sehr kleinlich sein könnten, haben wir wie die Weltmeister geputzt, außen und innen. Überraschenderweise ging die Abgabe jedoch sehr einfach vonstatten, ohne Probleme, so dass wir binnen kurzer Zeit schon im Taxi saßen zum Flughafen-Hotel, denn am nächsten Tag ging es weiter gen USA, San Franzisco.

 

Der Rückblick in einem Satz: Kanada im Wohnmobil zur Nachsaison war super und wir würden die Reise jederzeit wieder genauso machen.

 




Bennos besonderes Erlebnis





Benno, Hilde und Marie vor dem General Sherman.

Ich bin glücklich, dass ich ein weiteres Ziel erreicht habe. Ich habe vor 30 Jahren einmal ein Buch über Kalifornien gelesen, das hieß „Die Wunder Kaliforniens“. In ihm wurde „General Sherman“ beschrieben, das mächtigste Lebewesen unserer Erde: 33 Meter Umfang, 86 Meter hoch, 1486 Kubikmeter Volumen, 1320 Tonnen schwer. Er ist 2500 Jahre alt.

 

Damals hatte ich mir zum Ziel gesetzt, einmal an „General Sherman“ zu pinkeln. Jetzt kann ich Vollzug melden! Am 22.10.2011 habe ich um 16.12 Uhr und 28 Sekunden an den mächtigen Stamm von „General Sherman“ gepinkelt! Es war nicht ohne Risiken, der direkte Zugang wird nur bis auf ca. 10 m gewährt.

 

Ich bin also wie ein Wiesel über den Zaun gesprungen, habe im Laufen die Hose geöffnet, alles freigelegt und dann mit Hochdruck meine Mission erfüllt. Der Baum ist seit langer Zeit ein indianisches Heiligtum. Die indianische Legende sagt, wer als Mann an den Stamm des mächtigsten Baumes/Lebewesens der Welt pinkelt, wird ewige Manneskraft haben, solange der Baum steht. Ich habe sofort eine Spende an die amerikanische Nationalparkbehörde gegeben, damit „General Sherman“ auch gut geschützt wird; können ja nicht Millionen von Männern gegenpinkeln! Zur Sicherheit habe ich noch an zwei weitere Mammut-Bäume gepinkelt…

 

Nachdem ich im April am Mount Everest das gleich gemacht habe, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

 

Heute, am 24.10.2011, habe ich noch einmal am „General Sherman“ ein youtube-Video gedreht.

 

Nun bin ich der Erste!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Reisebericht USA




In San Franzisco haben wir ein schickes Hotel im Stadtzentrum gebucht. Die Lage und das Zimmer super, dafür teuer und ohne Frühstück. Schnell haben wir eine kleine Bäckerei um die Ecke gefunden, wo wir jeden Morgen unser Sandwich und Croissants mit Kaffee und Kakao bekommen haben.

 

Vier Tage Stadtbummel mit Downtown, Cable Car, Hafenviertel, Stadtrundfahrt, Museum of Arts, gemütliche Cafes im italienischen Viertel. Das Wetter ist gut und so können wir alles genießen. Am Samstag ist der 100. Geburtstag von irgendetwas aus der Army, weshalb den ganzen Tag irgendwelche Flugvorführungen stattfinden mit ohrenbetäubendem Lärm der Überschallflugzeuge. Aber die Amis sind so stolz auf ihre Army, dass sie immer wieder nur „oh, look at this“ aufschreien und das gesamte Hafengebiet überquillt mit Schaulustigen. Dazwischen stellen sich die „Marines“ vor und werben für Nachwuchs. Für uns ist das Getümmel schade, weil wir so kein Boot mehr bekommen um Alcatraz anzuschauen. Das hätte uns echt interessiert, aber so bleibt nur ein Blick aus der Ferne. Dafür entdecken wir ein U-Boot, das Marie zuerst mit Papa Benno anschaut und dann so begeistert wieder heraus kommt, dass Mama Hildegard auch noch einmal mit ihr hinein muss.

Dafür findet Marie ein aufregendes Dschungelrestaurant. Zuerst traut sie sich gar nicht hinein, weil überall wilde Tiere brüllen und sich bewegen, aber dann merkt sie allmählich, dass die Tiere nicht echt sind und hat nach ihrem anfänglichen Respekt immer mehr Spaß. Man fühlt sich wirklich wie im Regenwald, überall tropische Pflanzen, Wasserfälle, Elefanten, Affen, Leoparden etc. Regelmäßig gibt es ein Gewitter, bei dem sich alle Tiere zum Donnern und Blitzen wild gebären und lärmen. Eine tolle Idee!

Abends besucht Benno diverse Jazzkneipen und ist begeistert über die tolle Musik bei einem Whisky-Cola.

Am Sonntag gehen wir ins Museum of Modern Art. Dort gibt es Stationen, bei denen die Kinder selbst gestalten und malen oder basteln können; außerdem eine gesamte Abteilung mit Anregungen für Kinder. Marie nimmt alles gern auf und malt, bastelt und will am Ende gar nicht mehr aus dem Museum heraus. Solche kinderfreundliche Museen sind ein Beispiel für zu Hause!

 

Auffällig sind die vielen Farbigen, die in der Innenstadt heimatlos herumlaufen oder –sitzen. Je weiter man sich von der Hauptcity wegbewegt, desto mehr sind die Straßen so, dass man sich dort abends nicht allein aufhalten möchte. Aber es bleibt alles ruhig und unaufdringlich.

 

Als es darum geht, den Mietwagen für die nächsten vier Wochen zu buchen, sind wir erstaunt über die hohen Preise: 2.000 Euro umgerechnet werden uns als SuperSparPreis verkauft. Wir mailen kurz mit unserem Reisebüro in Paderborn und bekommen kurz darauf ein Angebot für 930 Euro für die gleiche Leistung. So können wir wenig später mit „unserem“ Auto losfahren, einmal über die GOldenGateBridge und zurück… leider bei strömendem Regen und Nebel.

 

Dann fahren wir Richtung Süden und suchen den Erdbeben-Graben. Die Beschreibung im Reiseführer geht leider mit zig Serpentinen in die Irre und erreicht nur, dass Marie sich übergeben muss… Also fahren wir lieber weiter in Richtung Santa Cruz. In San Jose kaufen wir groß ein und finden dann in Santa Cruz ein nettes Motel mit einem großen Zimmer mit Mikrowelle und Kühlschrank. Hier richten wir uns für eine Woche ein. Das Wetter ist sommerlich, so dass wir am Strand buddeln können. Wir entdecken den Pier, auf dem einige schöne Lädchen sind, tanzen zu Jims Gitarrenmusik und beobachten die Seelöwen, die unter dem Pier auf den Holzpollern schlafen. Dazwischen spielt der Seelöwen-Kindergarten. Auf dem Geländer der Pier sitzen Pelikane, unbeweglich, neben Möwen, die auf Futtersuche sind. Alles ist ruhig und idyllisch, weil der Hauptstrom der Touris schon vorbei ist. Am Wochenende aber geraten wir zufällig in den Wettstreit der Schulbands der nordkalifornischen Highschools. Sie machen eine große Parade auf der Straße und werden von einer Jury bewertet. Die Uniformen sind toll farbig und dazu tanzt jedes Mal ein Ballett von Tanzmariechen. Wir bejubeln alle kräftig und feiern mit bei Würstchen und Limo. Am Nachmittag ist das Libori von Santa Cruz geöffnet. Kein Eintritt, man kann sich aussuchen, womit man fahren möchte. Marie darf sich zwei Sachen aussuchen: sie nimmt ein ruhiges Boot-Karussell, das richtig durch das Wasser fährt und eine Gondelfahrt mit Papa quer über das ganze Gelände. Alle die vielen schnellen Karussells oder die Geisterbahnen schaut Marie sich zwar von außen an, aber fahren möchte sie damit nicht!

Dann besuchen wir das Heimat-Kunstmuseum von Santa Cruz. Die Geschichte ist sehr anschaulich dargestellt, auch gibt es tolle Holz-Objekte, die Benno begeistert fotografiert; als Anregung für zu Hause .

Einen Tag fahren wir nach Carmel, einer touristischen Millionärsstadt. Hier gibt es sämtliche Luxusgeschäfte wie Rolex, Cartier etc. Die Straßen sind breit, überall schöne Bäume und Alleen, schmucke Häuschen in verschiedenen Stilen. Nach einer kleinen Mittagspause gehen wir zum Strand, wo Marie ausgiebig „Beton mischt“ und dafür unermüdlich Wasser aus dem Meer holt. Auf dem Heimweg kaufen wir frisches Obst, das überall an den Straßen in großen Ständen angeboten wird, richtig frisch und lecker!

Abends findet Benno Entspannung in einer Kneipe am Eck, in der Live-Musik gespielt wird. Ein unscheinbarer Gitarrist spielt ganz toll, so dass Benno ihm sogar eine CD abkauft.

Santa Cruz ist auch für das Wellenreiten bekannt und so machen auch wir uns auf, die Surfer zu beobachten, die bei den Cliffs versuchen, auf die hohen Wellen aufzusteigen und auf ihnen bis zum Strand zu reiten. Einigen gelingt das super, viele aber dümpeln mit ihren Brettern ewig im Meer und verpassen den rechten Moment.

In SantaCruz bemerkt Marie das erste Mal, dass sie zwei Wackelzähne hat, die beiden unteren Schneidezähne. Am Sonntag entdecken wir ein Meeresmuseum, das riesige Walskelette ausgestellt hat. Innen kann man Seesterne und Kinder-Haie streicheln; manche fühlen sich ganz glatt an, andere rauh und rubbelig, wieder andere weich und wabbelig. Marie bastelt in der Kinderabteilung einen Fischhut. Sonntags sind in vielen Museen der USA tolle Kinder-Aktivitäten!

 

Schließlich fahren wir weiter Richtung Yosemite-Nationalpark. Die Fahrt führt an endlosen Baumwollfeldern vorbei und auch an Ställen mit Hunderten von Rindern. Kein Wunder, dass Kalifornien mit seinem gemäßigten Klima das Nahrungsdepot der USA ist. Die Straßen führen in gleißender Sonne meilenweit geradeaus, kaum ein Baum in Sicht, nur endlose Weite, zwischendurch ein paar Rinder, bei denen man nicht weiß, woher sie Wasser zum Trinken bekommen sollen. Aufgrund des guten Klimas wie in einem Treibhaus (fast das ganze Jahr hindurch) wachsen hier sämtliche Früchte, die wir gern frisch kaufen und essen (Erdbeeren, Rosenkohl, Äpfel, etc.).

 

Wir wohnen in Mariposa, das heißt Schmetterling. Wir finden auf Anhieb ein nettes Motel mit Schwimmbad und Whirlpool, in den wir noch abends bei Mondschein hineingehen. Ganz allein genießen wir drei den schönen Pool. Am nächsten Tag fahren wir in den Nationalpark. In einer Autokarawane durchqueren wir die Sehenswürdigkeiten, laufen in einem Menschenstrom zu einem Wasserfall, wobei Marie unterwegs tolle Kletterungen macht. Wir wandern auch zum „Capitain“, dem berühmtesten Berg des Parks, eine schroffe steile hohe Felswand. Die Felsformationen sind toll, dazu blauer Himmel, man könnte ständig im 360 Grad-Blick alles anschauen! Wir versuchen auch festzustellen, ob irgendwelche Kletterer an den Felswänden hängen um den Gipfel zu erklimmen, aber ohne Fernglas haben wir keine Chance. Am Fuße des „Capitain“ durchqueren Papa und Marie tollkühn einen breiten Bachlauf und werden fast nicht nass… Alle anderen, die es ihnen nachmachen wollen, bekommen nasse Füße…

Am nächsten Tag machen wir einen Ruhetag und genießen bis nachmittags den Hotelpool, schreiben Karten, spielen Karten und gehen durch Mariposa spazieren. Am Donnerstag fahren wir nochmals zum Nationalpark, aber dieses Mal an das Südende zum Mariposa Grove, wo große Mammutbäume wachsen sollen. Kurz vor dem Ziel entdecken wir einen kleine Eisenbahn, die Mountain Sugar Pine Railroad. Als einzige Gäste fahren wir eine halbe Stunde durch den Wald und kaufen für Marie zur Erinnerung noch ein kleines Zahnkästchen für die Wackelzähne. Im Mariposa Grove angekommen wandern wir zu Fuß zu den Mammutbäumen, die sind wirklich gigantisch! Durch einen Baum ist sogar ein Tunnel gebaut, durch den wir hindurchgehen können. Die Größe sieht man besonders gut, wenn wir uns daneben stellen! Diese Bäume sind wirklich phänomenal, neben einem heimischen Kirschbaum gar nicht vorstellbar. Wie diese Bäume früher gefällt wurden ist uns auch ein Rätsel. Manche Dokumentarfotos zeugen von zwei Baumfällern, die mit normalen Äxten diesen Riesen zuleibe rücken wollten; wie lange sie dafür gebraucht haben, steht leider nicht dabei und wie viele dabei erschlagen wurden auch nicht… Benno versucht sich vorzustellen, wie viele Schoppen mit einem Mammutbaum gefüllt werden könnten und für wie viele Winter das Holz reichen würde…

 

Nun fehlt uns nur noch der Sequoia-Nationalpark, in dem die größten und meisten Mammutbäume stehen. Also fahren wir weiter Richtung Sequoia. Benno ist schon ganz aufgeregt, denn schon vor 30 Jahren hat er sich vorgenommen, einmal an das größte Lebewesen der Welt zu pinkeln. Im Sequoia-Nationalpark steht dieses Lebewesen: der Mammutbaum „General Sherman“. Auf der Fahrt dorthin sehen wir einen Schwarzbären mit zwei Jungen, ganz nah an der Straße. Dann wandern wir zu dem großen Baum und Benno kann den großen Augenblick, wenn er „General Sherman“ das erste Mal sieht, richtig auszukosten. Wir warten, bis mal wenig Leute da sind, dann springt Benno über den Zaun, öffnet im Laufen schon seine Hose und tut es: er pinkelt an „General Sherman“! Aber nur kurz, dann saust er schnell zurück. Immerhin kann man den nassen Fleck am Baumstamm erkennen. Selbstverständlich haben wir diesen wichtigen Augenblick mit der Kamera festgehalten! Zur Feier des Tages gehen wir abends mexikanisch essen.

In der Nähe des Motels ist ein schöner Fluss, wo wir am nächsten Tag entspannen, baden und über Felsen und Steine klettern. Doch Benno möchte noch mal zu „General Sherman“, also fahren wir wieder hin. Benno pinkelt zur Sicherheit noch mal an den Baum, danach können wir nach erledigter Mission beruhigt von dannen fahren… Hier gibt es wirklich unheimlich viele Mammutbäume und die Nachzucht wird auch von den Rangern gefördert, denn das Ziehen von kleinen Mammutbäumen ist eine gar nicht so einfache Sache. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat man die Mammutbäume rigeros eingeschlagen, ab ca. 1920 hat man erkannt dass diese Bäume ein hohes Kulturdenkmal sind und alle Bäume geschützt. Man hat also Waldbrände verhindert. Dann hat man sich gewundert, warum es überhaupt keine jungen Mammutbaum mehr gab, bis man vor etwas 20 Jahren herausgefunden hat, dass der Samen der Mammutbäume nur keimen kann, wenn er auf 300 Grad erhitzt wird. Und das ist nur der Fall durch Waldbrände, weil dann die Hitze in den Baumkronen den Samen reifen lässt. Den gigantischen Mammutbäumen selbst tun die Waldbrände gar nichts.

 

Nach soviel Inland fahren wir nun wieder ans Meer, genauer nach Cambria am Pazifik. Unterwegs pflücken wir Baumwolle vom Feld und machen Pause im James-Dean-Memorial-Cafe, denn nur 1 km entfernt ist James Dean damals bei einem Autounfall gestorben.

Wir bleiben eine Woche in Cambria. Es ist gemütlich, wir gehen zum Strand, bummeln durch den Ort und Marie bekommt einen Webrahmen, mit dem sie fleißig für alle Omas und Onkels und Valerie Topflappen webt.

Dann machen wir zwei Ausflüge zur JackCreekFarm. Beim ersten Mal darf Marie bei einer Mädchengruppe mitmachen, ähnlich wie bei uns die Pfadfinder,die Girl-Scouts. Sie findet auch gleich eine Freundin: Destiny, die ihr aus lauter Sympathie ihr T-Shirt schenkt. Die Mädels füttern Ziegen, irren durch das Stroh-Labyrinth, holen Kürbisse vom Feld, pumpen Wasser und reiten auf Westernsätteln. Ein toller Nachmittag für Marie. Deshalb fahren wir auch noch mal hin. Dieses Mal findet ein Kürbis-Schnitzen statt. Mit guten Werkzeugen schnitzt Marie einen tollen Halloween-Kürbis! Abends lassen wir ihn im Dunkeln im Hotelzimmer gruselig leuchten. Am Wochenende feiern wir bei einer Grundschule Halloween mit. An vielen Ständen kann Marie Aufgaben erfüllen und Punkte gewinnen: Geister fangen, Haifische werfen, Drakular fangen,Schatzsuche… Am Ende sucht Marie sich für ihre Punkte einen Edelsteinring aus. Beim Cake-Walk haben wir leider nicht gewonnen, dafür aber Finger-Kuchen probiert, lecker , aber gruselig: Finger aus Marzipan.

Auch in Cambria findet Benno eine nette Kneipe mit Life-Musik, wo er manchmal abends hingeht, bis Marie eingeschlafen ist.

 

Am Sonntag geht es über MorroBay und Solvang nach Santa Barbara. Solvang ist ein nettes Städtchen, in dem alles dänisch ist, die Häuser, die Restaurants, die Souvenirs. Wir mieten uns eine Dreier-Fahrrad-Rikscha und radeln durch die Straßen. Alles ist hübsch und niedlich, wie eine Spielzeug-Eisenbahn-Stadt.

 

Santa Barbara gefällt uns gut. Man kann gut durch die Innenstadt bummeln, es gibt auch eine Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften. Unter anderem einige Antiquitätengeschäfte, die alles mögliche führen: Benno würde am liebsten Hobelwerkzeuge mitnehmen, Marie rosa Kleider und Hildegard Noten oder ein altes Saxophon. In einem rosa-pinkenen Geschäft findet Marie die schönsten Haar-Assescoires und Schmuck. Papa ist ganz begeistert von seiner hübschen Tochter. Wir buddeln am Strand, bewundern überall die Blumen und können an Halloween von Geschäft zu Geschäft gehen und „trick ro treat“ rufen, dann bekommen die Kinder Schokolade und Bonbons. Marie macht begeistert mit, wie alle anderen Kinder, und freut sich über die Süßigkeiten in ihrer Tasche!

Am Abend können wir Marie nicht allein im Hotel lassen, also fährt Benno manchmal noch allein los, um eine nette Bar zu finden. Oft ergeben sich dabei interessante Gespräche mit anderen Gästen, die sich Mühe geben, Benno Tipps zu geben oder ihm andere vorstellen, die deutsch reden können.

Einen Ausflug machen wir zur Mission of Santa Barbara, ein Kloster am Berg mit Blick auf die Bucht. Die Grünflächen sind toll gepflegt und wir genießen die duften und blühen. Nachmittags schauen wir uns für Valerie die Uni an, die außerhalb auf der Isla Vista liegt. Hier kann Valerie vielleicht mittels eines Stipendiums für ein oder zwei Semester studieren. Alles ist topp in Schuss und wir nehmen ein paar Broschüren mit, um sie Valerie zu schicken. Jedem Studenten wird ein Platz im Wohnheim angeboten, aber die Studiengebühren hier und überhaupt in den USA sind verglichen mit Deutschland immens hoch, ca. 12.000 Euro pro Jahr, abhängig von der jeweiligen Uni. Da wäre ein Stipendium schon ganz praktisch.

Am Donnerstag ist Museumstag: wir besuchen das Museum of Art, das eine tolle Kinderabteilung hat und Werke von Chagall, Degas etc. Marie ist sehr interessiert und schaut sich alles genau an. Da abends noch eine Mitmach-Veranstaltung für Familien ist, gehen wir natürlich abends wieder hin. Eine Künstlerin bastelt mit uns Bilder aus vielen verschiedenen Farbkärtchen in allen Farbnuancen. Jeder darf sein Bild selbst damit bekleben und die Farben miteinander komponieren.

Heute fahren wir zu einer Höhle, in der noch echte indianische Höhlenbilder zu sehen sind. Die Höhle ist klein, nicht sehr spektakulär, aber die Bilder sind schön! Und über 1000 Jahre alt! Zum Abschied von Santa Barbara essen wir auf dem Pier leckere Shrimps, hmmm, und genießen den Sonnenuntergang.

 

Nun fahren wir nach L.A., genauer Long Beach. Das Hotel ist nicht so toll, aber naja. Wir sind ja viel unterwegs. Der Tripp nach Hollywood ist eher enttäuschend. Wenig Glamour, viel Verkehr, runtergekommene Häuser. Da gefällt uns das Kindermuseum in Pasadena schon besser, KidSpace Museum. Es gibt viel zu klettern, zu krabbeln und zu entdecken. Dann gibt es in Long Beach noch ein tolles Aquarium of the Pacific. Riesengroße Aquarien, Fsche, Seesterne und Quallen zum Anfassen, Haie zum Streicheln und Papageien, die auf der Hand gefüttert werden. Das ist beeindruckend und macht uns allen viel Spaß. Marie gefällt der Wasserspielplatz am besten mit Wasserspritzen… Wir besuchen natürlich auch Santa Monica und Venice Beach mit seinen skurrilen Typen, zum Beispiel das Teufelchen im knappen roten Badehöschen mit zwei Hörnern auf der Stirn, dem man ständig wieder begegnet, da er den ganzen Tag nichts anderes macht als die Promenade hin und her zu laufen.

An Santa Monika gefällt Marie am besten der Disney-Shop, denn dort gibt es alle Prinzessinnenkleider und Marie probiert selbstverständlich auch alle an, mit Schuhen und Kronen. Jeden Tag müssen wir einmal hierher kommen… Was noch wichtig ist: hier in Santa Monika verliert Marie ihren ersten Wackelzahn, der dann sorgfältig im Zahnkästchen aufbewahrt wird. Aber auch für die Großen ist Santa Monika wirklich schön. Man kann schön durch die Fußgängerzone bummeln und Kaffee trinken. Shoppen können wir nicht so gut, da wir bereits volle Koffer haben und mit unserem Gepäck auskommen müssen! Aber Schaufensterbummel sind auch so schön. Auffällig ist, dass die Leute in Santa Barbara und Santa Monika wieder auffällig schlank sind. Auf dem Lande begegnet man vielen dicken Menschen; besonders die Frauen sind schon in jungen Jahren extrem übergewichtig. In den größeren Städten ist das nicht mehr so zu sehen.

Santa Monika hat auch einen berühmten Pier im Meer. Hier endet die berühmte Route 66, die in Chicago ihren Anfang nimmt und 2400 km lang ist. Das interessiert natürlich Benno als Motorradfahrer besonders. Daher besuchen wir auch ein Harley Davidson Geschäft, wo Benno sich genauestens erklären lässt, wie man dort eine Harley günstig kaufen kann, mit ihr auf der Route 66 fährt und sie anschließend nach Deutschland verschicken lässt. Wahrscheinlich wird das sein nächster Traum, den er verwirklichen möchte…

 

Zwischenzeitlich besuchen wir für zwei Wochen unsere Cousine Susanne mit Familie in Grand Rapids, weshalb wir nach Chicago fliegen. Dort haben wir nach all den vielen Reisen und Motel-Aufenthalten mal wieder ein bisschen „Zuhause“. Marie kann mit Julian und Jannis spielen und Benno betätigt sich mit der Motorsäge und beseitigt für Susanne und Karsten einige Bäume im Garten. Wir treffen auch ihre deutschen Freunde, mit deren Kindern Marie auf deutsch spielen kann; eine lang vermisste Erfahrung. Wir machen bei einem Sankt Martins-Zug mit und feiern mit Susanne und Familie Thanksgiving, das in den USA genau so wichtig ist wie Weihnachten. Hier finden wir auch gute Gelegenheit, unsere ersten Weihnachtsbriefe zu schreiben und –päckchen zu packen. Dafür bummeln wir durch die Shoppingcenter, rüsten uns mit neuen Jeans aus und genießen zwischendurch einen Capucchino. Karsten führt uns durch sein Institut und zeigt uns Büros und Labore. Wir fahren mit dem Auto durch verschiedene Viertel von Grand Rapids und finden dabei immer mal nette Geschäfte und Cafés.

Benno macht eine wichtige Erfahrung: während er mit zwei Magneten von Julian spielt, klebt einer an seinem IPad fest. Als er zwei Tage später mal wieder Musik hören will, findet er keinen Titel mehr, alles weg! Das ist sehr schade, denn es waren wirklich gute Songs darauf, aber da lässt sich nichts mehr retten. Nun sitzt er oft traurig ohne IPad im Café und sinniert über seinem Cappucchino.

 

 

 

Am Dienstag, den 29.November, fliegen wir zum langersehnten Reiseziel Fiji-Insel! Der Flug ist überhaupt nicht anstrengend, da der Flieger komfortabel ist. Auch ein Jetlag ist nicht, da wir nachts fliegen und pünktlich morgens ankommen. Marie hat bestimmt 8 Stunden geschlafen und ist bei der Ankunft in Nadi putzmunter. Obwohl der Flug nur 10 Stunden dauert, kommen wir am 1.Dezember an; der 30. November wird uns dieses Jahr „gestohlen“, da wir bei unserem Flug die Datumsgrenze überschritten haben.

Auf Fiji haben wir uns für zwei Wochen im Warwick-Resort an der Coral Coast eingemietet. Es ist eine sehr schöne Ferienanlage, aber die Hitze hier ist schon unglaublich, denn es ist meistens auch noch sehr schwül. Für die Kinder gibt es einen Kids-Club, sie gehen Kokosnüsse sammeln, Schätze suchen, Fische fangen, Sandburgen bauen, Minigolf spielen etc. Marie macht gern mit, denn sie hat sich mit Leon, einem australischen Jungen, angefreundet und die beiden spielen viel miteinander und möchten auch beim Essen immer gemeinsam an einem Tisch sitzen. Marie kennt sich bald gut auf dem gesamten Gelände aus und findet immer zu uns zurück. Sie schließt auch schnell Freundschaft mit den einheimischen Angestellten: Zac vom KidsClub oder Jacope, dem RestaurantManager und ruft allen immer fröhlich „bulabulabula“ entgegen, was soviel heißt wie „hallohallohallo“. Wir schwimmen viel im Pool, Marie taucht mit der Taucherbrille und Benno zeigt uns, wie man im Meer schnorchelt und die vielen bunten Fische anschauen kann. Bei Ebbe machen wir einen Spaziergang zum äußeren Korallenriff und beobachten Seesterne und Fische, Korallen und Sandwürmer und sogar zwei Mördermuscheln! Einen Nachmittag fahren wir mit dem Glasbodenboot über die Korallenriffe, um einen noch besseren Anblick der Korallen in tieferen Gewässern zu haben. Auch mit dem Tretboot und einem Paddelboot schippern wir über den Pazifik.

Zwischendurch ist Waschtag; das heißt, Benno stopft unsere Wäsche in die Badewanne, Wasser und Shampoo drauf, Benno in die Wanne und stampfen… so haben wir trotz der Hitze alle vier Tage frische Wäsche.

Das heiße Klima trägt auch dazu bei, dass hier die tollsten Palmen wachsen mit den leckersten Früchten. Fast hätte eine Papaja Benno erschlagen, als sie neben ihm in den Pool plumpste! Außerdem blühen überall Blumen in allen Farben. Am schönsten und edelsten sind die weißen Lotosblumen, die sich alle hinters Ohr stecken (rechtes Ohr – verheiratet, linkes Ohr – unverheiratet, oder umgekehrt?).

Abends finden oft Tanzveranstaltungen der Einheimischen statt, mit Strohröckchen, Feuerfackeln und Kokosnussbikinis.

Kleiner Höhepunkt für Marie ist das Krabbenrennen. Marie hat die Krabbe mit der Startnummer 7 und nennt sie Igel Latte. Alle Krabben werden in die Mitte eines großen Kreises gesetzt. Die Krabbe, die als erstes die Kreislinie überquert, gewinnt. Und es gewinnt doch tatsächlich Igel Latte! Als Preis erhält Marie einen Fruchtpunsch von der Poolbar. Marie möchte Igel Latte am liebsten gar nicht mehr weglassen, aber nach einer Stunde hat sie doch Erbarmen und bringt ihn ins Meer zurück.

So vergehen die zwei Wochen auf der Insel sehr schnell und der Abschied naht. Marie möchte gern wieder nach Fiji, um ihre Freunde wiederzusehen, aber nun geht es erstmal nach Neuseeland, wo wir Weihnachten feiern und mit einem Minicamper die Nord- und Südinsel erkunden werden.

 

Weihnachten feiern wir in Coromandel in einem Hostel. Das Christkind hat uns auch hier gefunden und alle waren zufrieden und glücklich mit ihren Geschenken. Das Abendessen fand dann in Form eines Barbecues am Strand statt mit drei anderen Deutschen und netten Aktivitäten wie Muscheln sammeln, Sonnenuntergang genießen etc.

 




 



 
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