1818
Der Haupt-Nahrungs- und Erwerbszweig ist in unser'm Dorfe der Ackerbau. Durch die vielen Kriegsdrangsale findet sich derselbe hart mitgenommen, befindet sich gegenwärtig auch nicht im besten Zustande, da alle Wohlhabenheit aus demselben verschwunden zu sein scheint, wird sich auch in längeren Jahren noch nicht wieder gänzlich erholt haben.
1819
Am 14. Juni reiste Se. Köngigliche Hoheit, der Prinz Wilhelm von Preußen durch Lichtenau.
1820/21
Im Frühjahr 1821 bestanden folgende Fruchtpreise: der Berl.
Scheffel Weizen 1 Taler 4 Sgr. - Roggen 22 Gr. - Gerste 16 Gr. - Hafer 13 gr.
der Centner Heu 16 Gr. - das Schock Stroh 10 Taler. - 1Pfund 8 Loth Brod 7 Pfennig.
- das Pfund Butter 4 Gr. 7 Pfennig - das Maaß Bier 8 Pfennig - das Maaß
Brantwein 6 Gr. -
Die Witterung war im Frühjahr, Sommer und Herbste regnerisch. Dieses hatte
zur Folge, daß alle Früchte im Felde und die eingescheuerten verfaulten,
naß wurden und verdarben.
1822
Auch in diesem Jahre wurde die Erndte durch Hagelschlag und
Mausefraß gänzlich vernichtet, weshalb die Bewohner weder Nahrung
für die Menschen noch Vieh hatten. Es bestanden in diesem Jahre folgende
Fruchtpreise: der Berliner Scheffel Weizen 1 Taler 16 Gr. - Roggen 1 Taler 8
Gr. - Gerste 1 Taler und Hafer 1/2 Taler. Die Witterung war im Frühjahr
sehr günstig für den Landmann, indem schon sehr früh sein Vieh
durch das schnelle Heranwachsen der Gräser und Futterkräuter seine
Nahrung fand . Der Sommer war sehr trocken und dauerte die Dürre bis spät
in den Herbst fort. Der Winter war einer der härtesten der je gedacht ist
und froren daher die Gewässer beinahe ganz aus.
In Folge der schlecht ausgefallenen Erndte und der Hagelschaden wurde den hiesigen
Einwohnern eine Remission an der Grundsteuer zu 2/3 und der Heuer der Sommerfrüchte
zu 1/2 allergnädigst bewilligt.