1840

Am 21., 22. und 23 Januar heftiger Sturm; am 26. Abends starkes Gewitter. Zum Ortsbeamten wurde der Friedrich Waldeyer gewählt.
42 Jahre, 9 Monate, 21 Tage hatte unser theuerster Landesvater Friedrich Wilhelm III, König von Preussen, durch seine Regierung die Monarchie beglückt, als er nach dem Leiden eines nicht dauernden Krankenlagers im Beisein Erlauchter(?) Familie am 7. Juni, dem Pfingstfeste, im noch nicht vollendeten 70ten Lebensjahre, im Vertrauen auf den Erlöser, seinen Königlichen Geist aushauchte und zu den Vätern hinschied. Er, der ältere aller europäischen Fürsten nach der Dauer der Regierung ruhe im Frieden, dessen segnungsvolle Bahn nur 4 Kriegsjahre trübten, und in ihrer letzten 25 jährigen Periode seinem Lande einen ununterbrochenen Frieden gewährte. Ihm, der im vorzüglichen Ansehen des bedrängten Bauernstandes im Fürstenthum Paderborn, diesem an den Domainen-, Frucht- und Geldgefällen 1/4 erließ, sei unser Dank gezollt. Am 11. Juni wurde des hochseeligen Leiche in die Gruft des Schloß-Parkes von Charlottenburch neben den Ueberresten der vor 30 Jahren hingegangenen Königlichen Gattin Louise beigesetzt. Bei angeordneter allgemeiner Landestrauer wurde in allen Pfarrkirchen von 12 - 1 Uhr (?)mäßig geläutet und während diesen ersten 16 Tagen alle öffentlichen Belustigungen eingestellt. Zur Dankbarkeit für den lange erhaltenen Frieden, dessen Erhaltung (unleserl.) dem Hingeschiedenen zuzuschreiben und der der Provinz vorzüglich gewidmeten Milde wurde am 1. Juli in der Pfarrkirche zu Lichtenau ein feierliches Seelenhochamt abgehalten. Sein Königlicher Nachfolger war sein Sohn Friedrich Wilhelm IV. Zur Feier der Erbhuldigung Sr. Majestät des jetzigen Königs wurde am 15. October gleichfalls Kirchen-Andacht gehalten.

1841

Die Erndte lieferte pro Morgen 70 Bund Roggen zu 7 Scheffel, 50 Bund Weizen zu 6 Scheffel, 40 Bund Gerste zu 6 Scheffel, 45 Bund Hafer zu 10 Scheffel, Schotenfrüchte 6 Scheffel und Kartoffeln 70 Scheffel pro Morgen. Gemeint ist wohl der Berliner Scheffel mit 54,96 Litern. Mit dem 1. Juli wurde der bisherige Rentmeister Herzog zu Lichtenau in den Ruhestand versetzt und diese Stelle sammt der Forstcasse dem bisherigen Gehülfen, (unleserl.) Heidemann übertragen.