1848

Während dieses sog. allgemeinen Revolutionsjahres verhielten sich die hiesigen Einwohner ganz ruhig. Diese Stelle ist mehr als nur "schöngeschrieben". Die Gemeinde Holtheim war eine der Gemeinden mit den heftigsten Unruhen, vor allem gegenüber dem Großgrundbesitzer Tenge. Mehrere Schriftwechsel des Landrates diesbezüglich bestätigen dies. Die Ordnung mußte mit Polizei- und Militärgewalt wiederhergestellt werden.

1849

Der Domainen-Rentmeister Heidemann zu Lichtenau wurde nach Minden versetzt, und die erledigte Stelle dem Rechnungsführer Stein von Dalheim übertragen.

1850

Im October, November und December marschierten preußische Truppen nach Hessen-Cassel, um wegen Curhessens mit Oesterreich Krieg zu führen, welcher jedoch nicht zum Ausbruche kam.
Im August herrschte hierselbst das Scharlachfieber, und waren hierselbst 65 Kinder und 47 Erwachsene von dieser Krankheit befallen; von denen 8 Kinder und 1 Erwachsener der Krankheit erlag, dagegen die übrigen wieder hergestellt wurden. Unsere Gemeinde zählte in diesem Jahre 740 Seelen.

1851

Wegen regnerischer Witterung konnte die Winterfrucht nicht trocken eingescheuert werden; so daß das Korn theilweise in den Häusern auswuchs. Ueberhaupt waren die Früchte wegen der regnerischen Witterung schlecht einzuerndten, so daß erst im October die meisten Erndten beendet wurden.
Der frühere Cantons-Beamte, Amtmann August Mantell zu Lichtenau trat in den Ruhestand und wurde diese Stelle dem Regierungs-(unleserlich) Johann Schnückel aus Calenberg commisarisch übertragen.

1852

In diesem Jahre wurde die Landgemeinde-Ordnung vom 11. Maerz 1850 eingeführt und folgende Personen zu Gemeinde-Verordneten gewählt: 1. Arnold Günther, 2. Martin Meyer, 3. Franz Westemeyer, 4. Hermann Stege, 5. Wilhelm Wibbeke und 6. Johann Dreker. Zum Gemeinde-Vorsteher wurde der Arnold Günther gewählt.