1861
Am 2. Januar starb unser allgeliebter Landesvater Friedrich
Wilhelm IV, König von Preussen, nachdem derselbe Krankheitshalber die Regierung
seinem Bruder, Prinz Wilhelm von Preussen, bereits vor 2 Jahren übertragen
hatte. Da derselbe selbst keine Kinder hatte, so bestieg der Prinz Wilhelm von
Preussen den Thron und nannte sich Wilhelm I.
Die Früchte, mit Ausnahme des Hafers wurden zwar gut eingescheuert, jedoch
war die Erndte als eine kaum mittelmäßige zu bezeichnen. Die Kartoffeln-Erndte
war fast ganz ertraglos.
An Stelle des bisherigen Vorstehers Westemeyer wurde der Ackerwirth Johann Dreker
wiedergewählt.
Der Ackerwirth Friedrich Waldeyer wurde an Stelle des zum Vorsteher gewählten
Gemeinde-Verordneten Johann Dreker als Gemeinde-Verordneter wiedergewählt.
Am 22. Juli brach in dem Hause des Carl Müller Feuer aus, wodurch das Haus
des g. Müller total niederbrannte. Die Entstehungsursache des Feuers ist
nicht bekannt geworden.
Am 8. August Morgens 2 Uhr brannten 2 Häuser und von einem 3ten das Dach
ab. Das Feuer entstand in dem Hause des Schmieds Franz Haberhausen (Nr. 17,
Bekestraße 1) und griff so rasch um sich, daß derselbe mit Frau
und Kindern nur mit knapper Noth und unbekleidet entrinnen konnte. Derselbe
konnte nichts retten als eine Kuh und ein Rind. Die gegenüberliegende Hofstelle
Lahme vulgo Stoukenleute Nr. 61, später Altrogge, brannte ebenfalls ab.
1862
Im September spendete der Hochw. Bischof Dr. Conrad Martin aus
Paderborn in Lichtenau die H. Firmung. Am Abend vor der Firmung wurde demselben
zu Ehren ein großartiger Fackelzug veranstaltet, wobei sich auch viele
Bürger unserer Gemeinde beteiligten.
In Folge der günstigen Witterung wurde die Erndte frühzeitig beendet.
Die Roggen-Erndte war höchst mittelmäßig, dagegen fiel die Sommerfrucht
sehr gut aus. Die Kartoffeln fielen spärlich aus.
An Stelle des verstorbenen Gemeinde-Verordneten Friedrich Waldeyer wurde der
Ackerwirth Martin Evers und für die ausscheidenden Gemeinde-Verordneten
Josef Stolte und Martin Evers wiedergewählt.