1873
Am 12. Mai spendete der Hochwürdigste Bischof Dr. Conrad
Martin aus Paderborn in Lichtenau die H. Firmung.
Wegen des schlechten und ungünstigen Wetters sowie wegen des vielen Mausefraßes
fiel die Erndte sehr spärlich aus.
Am 2. Januar wurde durch Explosion einer landwirthschaftlichen Maschine die
Tochter des Ackerwirths Johann Dreker und die Tochter des Ackerwirths Anton
Dreker derart verletzt, daß letztere nach 5 wöchentlichen Krankenlager
den Verletzungen erlag; Erstere genas jedoch wieder. Da im Winter zumeist Getreide
gedroschen wurde, ist anzunehmen, daß es sich um eine fahrbare Dampfmaschine
(Lokomobile) gehandelt hat, mit der sich der Unfall ereignete.
1874
Am 1. October wurde in Lichtenau ein Standes-Amt errichtet und
Herr Amtmann Wieneke zum Standes-Beamten und Herr Kaufmann Xaver Schwirling
in Lichtenau zum Stellvertreter ernannt. Holtheim wurde dem Standesamte Lichtenau
zugetheilt. Bis zu dieser Zeit wurden die Eheschließungen ausschließlich
durch die Geistlichkeit in den Kirchenbüchern beurkundet, eine Zivil-"Ehe"
gab es nicht. Diese wurde erst durch Reichskanzler Bismarck während seines
"Kulturkampfes" gegen die katholische Kirche eingeführt.
Die Winterfrucht fiel sehr spärlich, dagegen die Sommerfrucht gut aus.
Von den Gemeinde-Verordneten schieden aus:
1. Friedrich Günther
2. Anton Tölle.
Dieselben wurden wiedergewählt.
1875
Der Herr Landrath, Freiherr von Droste-Hülshoff legte sein
Amt nieder und wurde der Herr Major a. D. Freiherr von Oeynhausen als Solcher
gewählt und bestätigt.
Die Erndte wurde in diesem Jahre frühzeitig beendet und war als eine mittelmäßige
zu bezeichnen.
1876
Die Erndte fiel in diesem Jahre schlecht aus. Die ausscheidenden
Gemeinde-Verordneten Ferdinand Buschmeyer und Georg Waldeyer wurden wiedergewählt.
In diesem Jahre wurde auf die Kapelle ein neuer Thurm gemacht.