1900
Januar
Es winterte beständig fort, am Ende dieses Monats war Schneeabgang und
wurden dadurch die Feldmäuse beinahe vertilgt.
Februar
Es war sehr milde.
März
In diesen Monate fiel noch etwas Schnee und wurde dadurch, da es voher nicht
gefroren hatte, der Roggenfrucht auf verschiedenen Stellen, besonders in den
Niederungen einen nicht gerade bedeutender Schaden verursacht. Die Chaussee
von Holtheim bis zur Lichtenauer Grenze wurde mit Obstbäumen bepflanzt,
die Kosten aus dem Wegsfonds (?) bewilligt.
April
Die Witterung war sehr veränderlich, doch ging die Saatzeit gut von statten;
zu Ende trat etwas Frost ein.
Mai
Im Anfang war die Witterung warm und dürre. Am 8. fand ein heftiges Gewitter
mit wolkenbruchartigen Regen statt. Durch diese Feuchtigkeit konnte sich die
späte Herbstsaat und diesjährige Frühjahrs-Aussaat gut entwickeln.
Nur die Wintersaat wurde beim Aufgehen durch das bekannte Insect angefressen,
wodurch dieselben im Wachsthum sehr gehindert wurden. Hedrich, wodurch manchmal
die Hafersaat sehr geschädigt wird, ist überhaupt in diesem Frühjahr
hier nicht zu finden.
Juni
Die Saaten stehen gut. Der Monat ist durchaus regnerisch und haben infolge dessen
die Arbeiten an den Gartengewächsen nicht vollzogen werden können.
Juli
Die Witterung war sehr regnerisch. In der letzten Hälfte waren sehr freundliche
Tage, so daß die Wintergerste, die ziemlich gut geraten war, eingebracht
werden konnte. Die Klee-Ernte fiel sehr spärlich aus.
August
Es war sehr schön, und wurde mit Roggenmähen begonnen. Die Winterfrucht
und auch die Sommerhalmfrüchte waren gut gerathen. Die Roggenernte wurde
in diesem Monate eingescheuert. Es kamen verschiedene Gewitter.
September
Dieser Monat war zum Einernten vorzüglich, zu der Aussaat aber etwas zu
trocken, so daß nur mit schwerer Mühe die Saatfelder beackert werden
konnten. Als die Saat aufging, kamen jedoch recht zeitig mehrere Regentage,
sodaß sich dieselbe sehr gut entwickelte.
Oktober
Die Kartoffelernte fiel etwas spärlich aus. Es kostete der Zentner 2,50
Mk; der Zentner Roggen 7,00 Mk; der Zentner Weizen 7,50 Mk; der Zentner Gerste
7,00 Mk; der Zentner Hafer 6,40 Mk. Das Heu war auch gut gerathen; dagegen fiel
der Grumet spärlich aus.
November
In diesem Monate wurde der Wegebau des Weges von Mitte des Ortes bis zur Holtheimermühle,
bestehend aus einer neuen Decklage von 1600 lfr. Meter beendet. Die Steine wurden
theils von der Siehen, theils vom Sassenberge entnommen. Die Walzarbeiten konnten
noch zu Ende
Dezember
mit der Soester Dampfwalze geschehen. Die Witterung war dazu sehr gut. Es wurden
69 Stunden gewalzt. Nach Beendigung trat mehrere Wochen lang Frostwetter ein.
In diesem Jahre kamen 25 Geburten, 1 Trauungen und 13 Sterbefälle vor.
An Communalsteuern wurde 180% der Einkommensteuer, 192% der übrigen Steuern
erhoben.
Holtheim den 31. Dezember 1900.
Der Vorsteher Die Gemeinde-Verordneten
Diekmann (Nr. 20) Tölle Schaefers
Humberg Günther