1903
Januar
Am 3. fand unter dem Vorsitze des Herrn Landraths von Savigny eine Amtsversammlung
statt, worin der Herr (unleserlich) Amtmann Albers einstimmig zum Amtmann des
Amtes Lichtenau gewählt worden ist. Die Witterung war regnerisch und blieb
bis zu Ende milde.
Februar
Am 21. brach zu Kleinenberg Feuer aus, welches bis zum folgenden Morgen wüthete.
Unsere Feuerspritze hat besondere Dienste geleistet. Mehrere Neubauten wurden
durch dieselbe geschützt. Als Anerkennung hat die Provinzial-Feuersozietät
zu Münster für die Spritzenmeister und die 3 ersten(?) Mannschaften
Blousen und Helme durch Vermittlung des Herrn Amtmanns, welcher sich von unserer
Hülfeleistung bei der nächtlichen Feuersbrunst überzeugte, geschenkt.
März
Zu Anfang war Frost, dann wurde es milde und die letzten Wochen waren so schön,
daß mit der Haferaussaat begonnen wurde.
April
Am 4. April trat Regen- und Schneewetter ein, welches circa 3 Wochen andauerte
und die Aussaat dadurch gehindert wurde.
Die Einnahme der Gemeindekasse für das Rechnungsjahr 1902 betrug 14577
M 13 Pg. Die Einnahme (Fehler! Es müßte "Ausgabe" heißen!)
der Gemeindekasse für das Rechnungsjahr 1902 betrug 13394 M 77 Pg. Die
Kommunalsteuer-Zuschläge sind pro 1903 dieselben wie im Vorjahre.
Mai
An Stelle des Polizeidieners, Feldhüters und Waldwärters Franz Hengst,
welcher 12 Jahre diese Ämter zur Zufriedenheit versehen und wegen Altersschwäche
gekündigt hatte; wurde dessen Sohn Theodor Hengst von der Gemeinde-Vertretung
einstimmig gewählt und ist am 1. Mai des Jahres in Dienst getreten.
Juni
Dieser Monat war im Allgemeinen sehr regnerisch und kalt.
Juli
Die erste Hälfte war ziemlich warm, was besonders den Sommerfrüchten
zu Gute kam. In der letzten Hälfte des Monats war die Witterung ebenfalls
befriedigend, so daß Heu und Klee, welches in befriedigendem Maaße
gewachsen war, gut eingebracht werden konnten. Der Vorsteher Diekmann wurde
auf eine 6jährige Amtsperiode einstimmig wiedergewählt und vom Herrn
Landrat bestätigt.
August
Es wurde mit Roggenmähen begonnen und konnte die sämmtliche Winterfrucht
wegen des günstigen Erndtewetters bequem eingescheuert werden.
September
Im Anfang war die Witterung trocken. Am 10. trat einige Tage Regenwetter ein,
sodaß die Roggenaussaat beginnen konnte. Die mittlere Roggenaussaat hatte
von Schneckenfraß sehr zu leiden, sodaß verschiedene Stücke
beinahe gänzlich vernichtet wurden. Die Erndte konnte gut eingebracht werden.
October
Zu Anfang war es regnerisch, dann trocken. Das Grumet wurde gut gewonnen. Die
Kartoffelerndte fiel mittelmäßig aus. Der Roggen fiel gut aus, Hafer
und Rauhfutter dagegen mittelmäßig. Es kostete der Ctr Roggen 7,00
Mk, der Ctr Weizen 7,50 Mk, die Gerste, welche auch mittelmäßig ausfiel
kostete pro
Ctr 7,00 Mk.
November
Dieser Monat war zum größten Teile trocken, am Ende desselben trat
Regenwetter ein. Die Vorarbeiten zur Separation wurden in diesem Monat beendet.
Dezember
In den ersten Tagen dieses Monats fing es an zu schneien, darauf folgte Frost.
In diesem Jahre fanden 25 Geburten, 8 Trauungen und 19 Sterbefälle statt.
Holtheim den 31. Dezember 1903
Der Vorsteher Die Gemeinde-Verordneten
Diekmann Tölle Dreker
Günther Humberg