1904
Januar
Das neue Jahr setzte den aus dem Vorjahre übernommenen Frost fort bis zum
5. Von da ab trat Tauwetter ein mit Regen begleitet, worauf am 20. Schnee fiel,
der einige Wochen liegen blieb.
Februar
Im Anfange trat Tauwetter ein, dem sobald starker Frost folgte und bis Ende
andauerte.
März
Die Witterung war sehr veränderlich. Ende des Monats wurde schon Hafer
gesäet werden (Satzbau tatsächlich so merkwürdig!). Die Einnahme
der Gemeindekasse für das Rechnungsjahr 1903 betrug 12035,91 Mk, die Ausgabe
dagegen betrug 7352,01 Mk. Die Kommunalsteuerzuschläge sind pro 1904 dieselben
wie im Vorjahre. Es wurden im Gemeindewalde Krähenwinkel 2 Morgen Fichtenbauhölzer
abgetrieben, deren Erlös die schöne Summe von 3365 Mark ergab.
April
Anfangs war Regenwetter, sodann trat beständige Witterung ein und konnte
die Aussaat an Hafer ohne Unterbrechung ausgeführt werden. Die Winterfrucht
steht gut, dieselbe hat nur von Rot- und Schwarzwild viel gelitten und wird
noch täglich mehr von denselben beschädigt.
Mai
Die Witterung war mit wenigen Ausnahmen kalt und rauh, sodaß wenig wuchs.
Besonders hatten die Wiesen davon zu leiden. Es wurde für die Filialkirche
ein neuer Altar angeschafft, der vom Herrn Heinrich Schweppenstedde zu Wiedenbrück
für den vereinbarten Preis von 2500 Mark geliefert und die Aufstellung
am 27. Mai beendet wurde.
Juni
Im Anfange war die Witterung kalt und dürr. Zu Mitte trat erquickender
Regen ein, der 5 Tage lang anhielt. Hierdurch wurde die Sommerfrucht, Gras und
Klee, welche Fruchtarten sehr gelitten hatten, aufgefrischt und ins neue Wachstum
befördert, besonders da hierauf Wärme folgte.
Juli
Bis zum 9. Juli war es regnerisch. Von da ab freundliche Witterung, so daß
Heu und Klee, welche Fruchtarten gut geraten waren, gut eingescheuert werden
konnten.
August
Im Anfange sehr regnerisch. Das Roggenmähen konnte nur mit Mühe durchgesetzt
werden. In der zweiten Hälfte war (unleserlich) trockene Witterung, sodaß
die Winterfrucht gut eingebracht werden konnte.
September
Die Witterung war sehr schön. Es kam am 12. ein erquickender Regen, der
für die Aussaat sehr notwendig und angenehm war.
Darauf trockenes und kühles Wetter. Die Ernte wurde vollständig beendet.
October
Die Kartoffelernte war in der ersten Hälfte dieses Monats beendet. Die
Ernte ist im Allgemeinen als eine gute zu bezeichnen. Es kostete der Zentner
Roggen 7,00 Mark, Weizen 7,50 bis 8,00 Mark; Gerste 6,50 Mark; Hafer 7,20 Mark.
Die Witterung war normal und tat der jungen Saat sehr wohl. Am 4. fand der Planwunschtermin(?)
des Separations-Verfahrens hierselbst statt. Die ausschei-denden Gemeindeverordneten
Weise und Anton Tölle wurden einstimmig wiedergewählt.
November
Anfangs stürmische Witterung. Die letzte Hälfte war milde.
Dezember
Die Witterung war sehr veränderlich. Im Anfange Schnee, dem sobald Tauwetter
folgte. In diesem Jahre fanden 26 Geburten, 3 Trauungen und 13 Sterbefälle
statt.
Holtheim den 31. Dezember 1904.
Der Vorsteher Die Gemeindeverordneten
Diekmann Günther Schaefers
Humberg Tölle