1915

Januar
Dieser Monat fing mit Frost an, welcher bereits bis zum Ende andauerte.

Februar
Die Witterung wechselte mit Schnee und Regen.

März
Die Witterung war sehr unbeständig. Es konnte daher mit den Feldarbeiten noch nicht begonnen werden.

April
Die Witterung war den ganzen Monat hindurch trocken, so daß die Frühjahrbestellung rasch von statten ging. Die Einnahmen der Gemeindekasse pro 1914 betrugen: 23350,45 M(ark); die Ausgabe 22740,20 Mark. Die Kommunalsteuerzuschläge betrugen von sämmtlichen Steuerarten 210% einschl. der Kreissteuer.

Mai
Die Witterung war sehr trocken. Das Wachstum aller Getreidearten wurde hierdurch aufgehalten. Die Pferdepreise gingen derart in die Höhe, daß ein gutes Arbeitspferd mit 1500 bis 2000 Mark bezahlt wurde. Anm.: Diese Steigerung war kriegsbedingt. Kavallerie, bespannte Artillerie, Train- und Pioniertruppe brauchten große Mengen Zug- und Reitpferde.

Juni
Dieser Monat war abgesehen von wenigen Gewittern, welche erquickenden Regen brachten, welcher den noch schlecht stehenden Saaten sehr zu gute kam, sehr trocken, so daß die Heuerndte, mit welcher schon in der ersten Hälfte dieses Monats begonnen werden konnte, gut eingebracht wurde.

Juli
Die Witterung war den Monat hindurch veränderlich, so daß die Einbringung des Heues von den trockenen Wiesen, welches sehr spärlich ausfiel, sehr erschwert wurde. Jedoch wirkte diese Witterung auf das Wachstum der noch schlecht stehenden Sommerfrucht.

August
Die Witterung war sehr veränderlich. Der Roggen sowohl wie die andere Winterfrucht waren wegen der regnerischen Zeit dem Verderben ausgesetzt. Mit den Erntearbeiten konnte es nur langsam voran gehen.

September
Wegen der anhaltenden Nässe verzögerte sich die Aussaat der Winterfrucht, und konnte sich daher in den hiesigen rauhen Klima nicht mehr gehörig bestocken. In der zweiten Hälfte war schönes Wetter, so daß die Sommerfrucht gut eingebracht werden konnte.

October
Die Witterung war sehr veränderlich und kalt. Die Kartoffelerndte, welche sehr gut ausfiel, war jedoch in der ersten Hälfte des Monats meist beendet. Die Winterfrucht war gut gerathen, dagegen fiel die Hafererndte nur mittelmäßig aus. Der Ctr (Centner) Roggen 11 Mark, Weizen 13 Mark, Gerste 16 Mark, Hafer 15 Mark und Kartoffeln 3,50 Mark.

November
In diesen Monat war die Witterung derart, so daß die Stoppelfelder noch meist umgeackert werden konnten. Gegen Ende trat Schnee und Frostwetter ein.

Dezember
Bis zur Hälfte dieses Monats dauerte das Schnee- und Frostwetter an. In der zweiten Hälfte war die Witterung sehr milde. In diesem Jahre fanden 15 Geburten -- Trauungen und 18 Sterbefälle statt.
In Folge des Krieges wurden aus hiesiger Gemeinde zum Heere einberufen:
Die Reservisten: Anton Hansmann, Heinrich Menke, Arnold Geilhorn, Josef Thewes, Hubert Wolf, Johann Junker, Josef Schäfers, Franz Puls, Anton Diekmann, Johann Diekmann, Johann Kniewel, Anton Knaup und Josef Schäfers.

Die Landsturmmänner: Josef Günther, Josef Kröger, Ferdinand Nolte, Josef Auge, Bernard Schäfers und Josef Beseler.

Die Landsturmpflichtigen: Anton Dreker, Josef Schopohl, Anton Tölle, Johann Tölle, Johann Leifeld, Konrad Geilhorn, Josef Sander, Josef Knaup j., Franz Schäfers, Hermann Diedrichs, Josef Humberg, Wilhelm Humberg, Wilhelm Schopohl, Franz Schäfers, Josef Jostes, Franz Hillebrand, Josef Pennig, Johann Schäfers, Hermann Müller, Karl Meyer, Franz Nolte, Franz Leifeld,
Josef Linnemann, Franz Wolf, August Kessemeyer, Ferdinand Werner, Benno Hylski, Wilhelm Menke, Fr. Poggenpohl.

Die Ersatzreservisten: Johann Haberhausen, Franz Dreker, Johann Gockel, Josef Gockel, Bernard Gockel, Franz Diekmann, Johann Dirkes, Karl Dirkes und Wilhelm Puls.

Die Armierungssoldaten: Franz Tölle, Hermann Thewes, Johann Schlender und Franz Hansmeyer.

Die Ersatz-Rekruten: Johann Hillebrand, Karl Sander, Anton Günther, Karl Hansmann, Johann Linnemann, Wilhelm Franzmann, Wilhelm Flore, August Klemm und Konrad Humberg.
Es starben den Heldentod fürs Vaterland: Josef Schäfers, Ferdinand Nolte, Josef Thewes, Johann Diekmann, Johann Haberhausen.
Von den bei dem aktiven Heere stehenden Mannschaften Andreas Nolte, Xaver Höschen, Konrad Sander und Josef Schmidt starb den Heldentod Andreas Nolte.

Vermißt wurden Xaver Höschen und Franz Poggenpohl.
Der Krieg war am Schlusse dieses Jahres noch nicht beendet, jedoch ist die Kriegslage für Deutschland und seine Verbündeten Oestereich, Bulgarien und der Türkei sehr günstig.

Holtheim den 31. Dezember 1915


Der Vorsteher Die Gemeindeverordneten

Günther Dreker Hillebrand Buschmeyer