1916

Januar
Die Witterung wechselte ab mit Frost, Schnee und Regen.

Februar
Die Witterung war den ganzen Monat hindurch unbeständig. Am 16. tobte hier ein starker Sturm, der viele Dächer beschädigte und im Gemeindeforste erheblichen Schaden anrichtete.


März
Die Witterung war Anfangs unbeständig, gegen Ende jedoch besser, so daß mit Hafersäen begonnen wurde. Die Einnahmen der Gemeindekasse betrugen 1915: 17547,13 M(ark). Die Ausgaben der Gemeindekasse betrugen 1915: 18454,51 M(ark). Die Kommunalsteuerzuschläge betrugen von sämmtlichen Steuerarten 210% einschl. der Kreissteuer.


April
Die Witterung war Anfang des Mts. beständig, so daß die Aussaat des Hafers bis Mitte des Mts. meist beendet wurde. In der zweiten Hälfte war die Witterung unbeständig. Am 13. fand eine außerordentliche Viehzählung statt. Das Ergebnis war 74 Pferde, 301 Rinder, 361 Schafe, 247 Schweine, 137 Gänse, 12 Enten, 159 Hühner und 66 Kaninchen.


Mai
Die Witterung war sehr unbeständig, jedoch sehr wüchsig. An Stelle des verstorbenen Gemeindeverordneten Krähahn (Förster zu Marschallshagen) wurde von der I. Abteilung der Glasfabrikant Sebastian Hillebrand gewählt und am 25. dss. (dieses) Mts. in sein Amt eingeführt.


Juni
Die Witterung war meist unbeständig, so daß das Heu von den frühen Wiesen, welches sehr gut gerathen war, meist verdarb. In Schwierigkeiten durch den Krieg kam auch die Glashütte in Marschallshagen. Die Holtheimer Kirchenchronik schreibt dazu: "Die hiesige Glashütte arbeitete zu Anfang des Krieges an einzelnen Tagen der Woche nicht.
Der Grund war meistens das Fehlen von Salpeter oder weil keine Waggons für Sand oder Sonstiges zu bekommen waren. Diese Schwierigkeiten wurden aber schon bald behoben, als die Hütte Aufträge für die Heeresverwaltung (Lazarette besonders) bekam. Seit dem hat die Hütte Arbeit in Hülle und Fülle, bloß das die Zahl der Arbeiter infolge der Einberufungen immer mehr zusammenschmolz, sodaß (am) 1.I.16 nur noch die Hälfte Arbeiter vorhanden sind von der Zahl zu Friedenszeiten." Es sollte sich schon recht bald zeigen, daß dieser Aufschwung nur von sehr kurzer Dauer war. Die Tage der Glasfabrik Marschallshagen waren, aller Hoffnung zum Trotz, bereits gezählt.


Juli
Die Witterung war bis Mitte unbeständig. In der zweiten Hälfte war die Witterung trocken, so daß das Heu von den späten Wiesen gut eingebracht wurde.


August
Im Anfange war die Witterung beständig, so daß die Roggenfrucht trocken eingebracht werden konnte.


September
Am 1. September fand eine Viehbestandsaufnahme statt. Die Hafererndte, die sehr gut ausfiel, konnte wegen des günstigen Erndtewetters gut eingebracht werden.


October
Die Roggenerndte fiel in Anbetracht der Körner sehr spärlich aus. Ebenfalls war die Kartoffelerndte sehr gering. Die junge Herbstaussaat hatte unter Schnecken- und Mäusefraß viel gelitten.


November
Das Wetter war unbeständig. Der Weizen kostete pro Zentner 14,00 Mark, Roggen 11,50 Mark, Hafer 13,50 Mk., Gerste 15,00 Mark. Es kosteten gute Milchkühe 700 bis 1200 Mark, Arbeitspferde 2 bis 4000 Mark. Am 5. November wurde Polen zu einem Königreich erhoben.

Dezember
In diesem Jahre fanden 11 Geburten, 3 Trauungen und 9 Sterbefälle statt.
Im Laufe dieses Jahres wurden zum Militär einberufen: Heinrich Linnemann, Konrad Junker, Alois Schäfers, August Humberg, Johannes Tölle, Wilhelm Rosenkranz, Johannes Meyer, Franz Schmidt, Josef Jöhring und Arnold Lange.
Es starben den Heldentodt fürs Vaterland vom Kriegsanfang bis Ende dieses Jahres: Josef Thewes, Ferdinand Nolte, Johannes Diekmann, Johannes Haberhausen, Josef Junker, Johann Linnemann, Arnold Geilhorn, Josef Schäfers, Benno Hilsky, August Kessemeyer, Johann Ziegeler, Hermann Schäfers und Franz Ziegeler.


Holtheim den 31. Dezember 1916


Der Vorsteher Die Gemeindeverordneten

Günther (Nr. 31, Hillebrand (Nr. 35)
Kürlemeggers) Dreker (Nr. 21, Schmees, später Bröker)
Buschmeyer (Nr. 39, Soppenmeggers, später Lücking)