1921

Januar
Die Witterung war verhältnismäßig gelinde bis am 25. Frost eintrat. Die Winterfrucht stand im allgemeinen sehr gut.

Februar
Die Witterungsverhältnisse waren Anfangs milde, gegen Ende Frostwetter und Schneefall. Es wurde in hiesige Kirche eine neue Stahlglocke als Ersatz für die im Kriege abge(ge)bene Bronzeglocke angeschafft, welche von der Firma Schilling und Lattermann in Apolda zum Preise von 3686 Mark geliefert wurde.

März
Das Wetter gestaltete sich so günstig, daß schon gegen Mitte des Monats mit der Frühjahrsbestellung begonnen wurde.

April
Die Witterung war durchweg trocken, so daß die Frühjahrsbestellung in der ersten Hälfte des Monats beendet war. Nachdem die Lehrerin Schmidt, welche hier seit 1911 in gutem Einvernehmen mit der Gemeinde wirkte, ihr Amt niederlegte, erhielten wir in Person der Lehrerin Hüttemann, zuletzt in Strassburg, eine Nachfolgerin.

Mai
Die Witterung war milde und wüchsig, so daß sich alle Fruchtarten gut entwickeln konnten.

Juni
Die Witterung war trocken, so daß die Heu- und Kleeerndte gut eingebracht wurde. Wegen der anhaltenden Dürre blieb die Sommerfrucht im Wachstum zurück.

Juli
Dieser Monat hatte Anfangs einige Regentage, dann wurde es trocken und warm.

August
Die Witterung war günstig, so daß die Winterfrucht ohne Schaden zu leiden trocken eingebracht wurde. Wegen der anhaltenden Trockenheit konnte die Vorbereitung zur Herbstsaat nur mit schwerer Mühe bewerkstelligt werden.

September
Die Witterung war, unterbrochen durch einige Gewitter, welche etwas Regen brachten, trocken. Demzufolge die Getreideerndte schnell und glatt von statten ging. Die Erndten sind als Mittelerndten zu bezeichnen.

October November
Die Kartoffelerndte war bei schönen und trockenen Wetter rasch beendet und der Ertrag zufriedenstellend. Infolge der guten Witterung stellte sich stellenweise eine Mäuseplage ein, die aber, da das Wetter im November in Frost und später in tüchtigen Regen umschlug, bedeutenden Schaden nicht anrichtete. Die Kornpreise im verflossenen Jahre waren pro Zentner Umlagegetreide Roggen 105 Mk. Weizenkorn 112 M. Weizen 150 M. Im freien Handel Roggen von 180 bis 300 Mark, Weizenkorn 50 Mark mehr pro Zentner. Weizen 200 bis 400 Mark, Hafer 120 bis 260 Mark.
Die Viehpreise waren: Kühe 5000 bis 10000 Mark, Rinder 2000 bis 6000 Mark, Schweine pro Pfund 10 bis 15 Mk., 6 Wochen alte Ferkeln 100 bis 250 Mark.

Dezember
Dieser Monat brachte Anfangs Frost, dann einige Tage Tauwetter und es fror von neuem, am Ende wieder Tauwetter mit Schnee. Am 1. fand eine allgemeine Viehzählung statt. Es wurden gezählt 99 Pferde, 279 Stück Rindvieh, 163 Schafe, 424 Schweine, 86 Ziegen, 4 Kaninchen, 193 Gänse, 1061 Hühner, 91 Enten und 64 Bienenstöcke.
In diesem Jahre fanden 16 Geburten, 9 Trauungen und 17 Sterbefälle statt.
Ende November wurde dem kommissarischen Landrat Dr. Vogels die Landratsstelle endgültig übertragen. Der Vorgänger Winkelmann wurde als Regierungsrat nach Münster versetzt.
Die Einnahmen der Gemeindekasse betrugen 133703,84 Mark,
die Ausgaben 94913,24 Mark.

Holtheim den 31. Dezember 1921

Der Vorsteher Die Gemeindeverordneten

Günther (Nr. 31) H. Schäfers F. Schäfers (Nr. 45)
J. Waldeyer (Nr. 8) Bunte (Nr. 68)
Nolte Rosenkranz (Nr. 104)