1924

Januar
Der strenge Winter dauerte bis zum Ende des Monats.

Februar
Am 1. trat Tauwetter ein, welches bis zum 8. andauerte, dann strenge Kälte und starken Schne(e)fall.

März
Das Wetter war den ganzen Monat hindurch unbeständig.

April
Am 10. dieses Monats trat Schneefall mit starken Frost ein. Der Schnee lag bis zu einhalben Meter tief. Gegen Ende trat gutes Wetter ein, so daß mit der Frühjahrsbestellung begonnen werden konnte.

Mai
Die Witterung war weiter günstig, so daß die Bestellung rasch von statten ging. Am 4. dieses Monats fanden die Reichstags- und Gemeindevertretungswahlen statt. Zu Gemeindeverordneten wurden gewählt: Landwirt Ferdinand Diekmann (No. 20, Zum Brunnen 1), Schreiner Josef Günther (No. 13, Zum Brunnen 8, vulgo Hellemeggers), Landwirt August Breker (No. 69, Mitteldorfstr. 13, vulgo Aulen), Landwirt Anton Tölle, Maurer Wilhelm Rosenkranz und Waldarbeiter Martin Humberg (No. 87, Eggestr. 34). Die neugewählten wurden, nachdem die Wahl für gültig erklärt, am 24. dieses Monats in ihr Amt eingeführt. Zum Gemeindevorsteher wurde der bisherige Gemeindevorsteher Günther wiedergewählt.

Juni
Im Anfange war die Witterung kalt, es kamen sogar einige Frostnächte vor. Das Wachstum aller Getreidearten wurde hierdurch aufgehalten. Am 19. war ein besonders schweres Gewitter mit wolkenbruchartigen Regen. Am 9. und 10. (Pfingsten) wurde hier das Kriegerfest gefeiert.

Juli
Die Witterung war bis zum 18. trocken und heiß, dann abwechselnd kühler Wind und Regen. Die Heu- und Kleeerndte wurde gut eingebracht.

August
Das ungünstige Wetter hielt den ganzen Monat hindurch an, so daß die bereits gemähte, in Hafen stehende Winterfrucht durch Auswuchs großen Schaden erlitt. Sogar die noch auf den Halm stehende Frucht fing an auszuwachsen, so daß ein großer Teil zur Saat und zur menschlichen Ernährung nicht mehr zu gebrauchen war.

September
Die Witterung hielt bis zum 5. an, dann trat gutes Wetter ein, so daß die Erndte eingebracht und die Herbstaussaat begonnen werden konnte. Die Sommerfrucht, welche wegen der schlechten Witterung nicht zur vollen Reife gelangen konnte, lieferte ganz geringe Körnererträge, wurde jedoch trocken eingescheuert. Die junge Roggenaussaat hatte durch Schneckenfraß viel zu leiden, so daß verschiedene Stücke gänzlich vernichtet wurden.

October
Die Witterung war für die späte Aussaat und die Kartoffelnerndte, welche mittelmäßig ausfiel, den ganzen Monat hindurch günstig. Der Hauptweg im Orte wurde mit einer neuen Decklage versehen. Die Arbeiten wurden von den hiesigen Arbeitern Johann Knaup und Johann Thewes ausgeführt. Die Walzarbeiten wurden von einer Firma aus Soest mit der Dampfwalze ausgeführt.

November
Die Witterung war gelinde mit einigen Nachtfrösten. Unser bisherige Pfarrvikar Brandt wurde nach Lüchtringen bei Höxter versetzt, wir erhielten in der Person des Kaplan Ahrens einen Nachfolger. Der Weizen kostete pro Zentner 10 Mark, der Roggen 8 bis 9 Mark, der Hafer 9 Mark.

Dezember
Am 7. dieses Monats fand eine Reichs- und Landtagswahl statt. Die Witterung war milde. In diesem Jahre fanden 20 Geburten, 4 Trauungen und 4 Sterbefälle statt.
R.Jahr 1924: Einnahmen 23.952,74 M., Ausgaben 25.060,22 M.,
Vorschuß 1.107,48 M.

Holtheim, den 31. 12. 1924

Der Vorsteher Die Gemeindeverordneten

Günther (Nr. 31) Rosenkranz Günther
Breker Diekmann Tölle