1925

Januar
Die Witterung war den ganzen Monat hindurch gelinde, die milde Witterung kam besonders den Schafbesitzern gut zu statten.

Februar
Die Witterung war sehr milde, welches der Winterfrucht, welche infolge Schnecken- und Mäusefraß spärlich stand, von besonderen Nutzen war.

März
In diesen Monat fiel noch Schnee, der acht Tage lang liegen blieb. Am 29. dieses Monats fand die Reichspräsidentenwahl statt.

April
Das Wetter war den ganzen Monat hindurch günstig, so daß die Frühjahrtsbestellung rasch von statten ging.

Mai
Die Witterung war den ganzen Monat hindurch warm und wüchsig.

Juni
Es fanden einige Gewitter statt, die erquickenden Regen brachten, aber auch Hagel, der an den Früchten bedeutenden Schaden anrichtete. Am 16. Juni fand eine Volks-, Berufs- und Betriebszählung statt. Die Volkszählung ergab 584 Personen.

Juli
Dieser Monat war anfangs trocken, so daß die Heu- und Kleeerndte durchweg trocken und mit leichter Mühe eingebracht wurde. Am 13. brannte das Wohnhaus des Schäfers Nolte (Nr. 86, Kleinenberger Str. 2, vulgo Beusers) bis auf die Grundmauern nieder. Da die Feuerlöschgeräte rasch zur Stelle waren und die Wasserleitung genügend Wasser hatte, wurde das Feuer auf seinen Heerd beschränkt.

August
Die Witterung war ziemlich günstig, so daß mit Mähen der Winterfrucht begonnen und diese auch zum größten Teil trocken eingebracht werden konnte. Am 23. wurde das fünfundzwanzigjährige Priesterjubiläum unseres Herrn Pfarrvikars Ahrens gefeiert. Es wurde ein Fackelnzug veranstaltet, woran sich sämmtliche Vereine hiesiger Gemeinde beteiligten.

September
Die Witterung war Anfangs regnerisch, dann unbeständig, so daß die Herbstaussaat sich verzögerte und die noch im Felde stehende Frucht auswuchs und der noch nicht gemähte Hafer ausschlug. Gegen Ende des Monats wurde das Wetter günstiger, so daß die Erndte an Halmfrüchten restlos eingebracht werden konnte.

Oktober
Anfangs war gutes Wetter, so daß die Kartoffeln, welche mittelmäßig geraten (waren), gut eingebracht wurden. Dann abwechselnd Regen und einige Frostnächte, am Ende des Monats noch einige sonnige Tage. Die Roggenerndte war eine mittelmäßige, jedoch fiel die Hafererndte sehr spärlich aus. Die schlechte Witterung und Mäusefraß hatten den Ertrag bedeutend vermindert. Das Dach der hiesigen Kirche, welches baufällig war und aus Hohlziegel bestand, wurde abgebrochen und durch ein neues aus silbergrauen Fallsziegel (gemeint sind Falzziegel) ersetzt.

November
Anfangs noch einige schöne Tage, dann fing es an zu regnen. In der zweiten Hälfte starken Frost und Schnee. Der Weizen kostete pro Zentner 10 Mark, der Roggen 8,25 Mark, der Hafer 9 Mark. Am 29. des Mts. fanden die Provi(nzi)allandtags- und die Kreistagswahlen statt.

Dezember
Die strenge Witterung mit starken Frost und Schnee hielt an bis gegen Ende, da Tauwetter eintrat. In diesem Jahre fanden 22 Geburten, 4 Trauungen und 10 Sterbefälle statt.
Rechn.Jahr 1925: Einnahmen 33.676,47 M., Ausgaben: 32.827,89 M., Bestand: 848,58 M.
Einwohnerzahl nach der Personenstandsaufnahme vom 10.X.25: 583.
Ergebnis der Viehzählung v. 1.XII.25: 96 Pferde, 279 St. Rindvieh, 107 Schafe, 411 Schweine, 70 Ziegen, 1327 St. Federvieh, 27 Bienenstöcke.

Holtheim den 31. Dezember 1925

Der Vorsteher Die Gemeindeverordneten

Günther (Nr. 31) Humberg Rosenkranz
Breker Günther
Diekmann Tölle