1931
Januar
Die Witterung war ziemlich gelinde. Die Winterfrucht hatte unter den starken
Mausefraß viel gelitten und stand im allgemeinen nicht gut.
Februar
Die Witterungsverhältnisse waren Anfangs milde, gegen Ende Frostwetter
mit Schneefall.
März
Das Wetter gestaltete sich zu Anfang sehr ungünstig. Frost und Schnee hielten
bis zum 15. an, dann trat mildes, trockenes Wetter ein, so daß der Hafer
in diesem Monat noch größtenteils gesäet werden konnte. Klee
und ein Teil der Winterfrucht mußte umgesäet werden.
April
Die Witterung war durchweg gut, so daß die Frühjahrsbestellung in
diesen Monat beendet werden konnte. Durch Beschluß der Gemeindevertretung
soll der verfallene Wildzaun wieder neu hergestellt werden. Mit der Errichtung
wurde in der letzten Hälfte begonnen und der Arbeiter Jos. Knaup mit den
Arbeiten beauftragt. Die Kosten zur Herstellung betrug(en) pro lf. Meter 30
Pg. (Pfennig). Die 145 Rm (Raummeter) Eichenpfähle wurden in der Zitzewitzschen
Waldung Libsberg geschlagen und mit 8 M. pro Rm. bezahlt. Die Länge des
Zaunes beträgt ungefähr 4.300 Meter und kostet 5100 M. Diese Summe
wurde durch die Jagdpacht, welche zwei Jahre (unleserlich)behalten wurde, gedeckt.
Mai
Die Witterung war milde und wüchsig, so daß die gelittene Wintersaat
sich noch gut bestockte.
Juni
Die Witterung war trocken. Heu und Klee wurde gut eingebracht. Wegen des günstigen
Wetters konnte besonders das Sommergetreide gut gedeihen.
Juli
Dieser Monat war mit Ausnahme von wenigen Regentagen trocken und warm.
August
Die Witterung kann gerade nicht als besonderes Erntewetter bezeichnet werden,
da sich öfters Regen verbunden mit starken Sturm einstellte, trotzdem ist
die Ernte größtenteils gut eingebracht und kann am Ende des Monats
mit wenigen Ausnahmen als beendet bezeichnet werden.
September
Die Witterung war trocken und angenehm, die noch zurückgebliebene Ernte
wurde eingebracht und mit der Herbstsaat begonnen. Ende des Monats wurde mit
der Kartoffelernte begonnen, die in Folge des Augustregens ziemlich zu Faulen
begannen.
Oktober
Die Gemüseernte wurde in Angriff genommen. Dieselbe kann als gut bezeichnet
werden und kann am 15. als beendet gelten.
Am 18. brannte das Haus des Landwirts und Jagdaufsehers Wilh. Humberg abends
um 10 1/2 Uhr auf unerklärliche Weise bei sehr stillen Wetter bis auf Grundmauern
nieder. Der Schaden ist durch Versicherung gut gedeckt.
November
Die Witterung war der Wintersaat besonders günstig, diese konnte sich infolge
des warmen Wetters wie selten gut bestocken. Die Kornpreise im verflossenen
Jahre waren pro Ct. Roggen 10 M., Weizen 11 M., Hafer 8 M. Die Viehpreise waren
seid August verflossenen Jahres mindestens um 1/3 gefallen. Dieselben betrugen
ungefähr für Kühe 2 - 300 M., Rinder 150 - 200 M., Schweine pro
Pd(Pfund) 35 - 40 Pg., 6-Wochen-Ferkeln 6 - 8 M.
Dezember
Die günstige Witterung hielt auch diesen Monat mit Ausnahmen von einzelnen
Tagen, die uns Schnee brachten, an. Am 1. fand die allgemeine Viehzählung
statt. Es wurden gezählt 84 Pferde, 419 Rindvieh, 715 Schweine, 153 Schafe,
46 Ziegen, 195 Gänse, 1.413 Hühner, 9 Enten und 29 Bienenstöcke.
In diesem Jahre fanden 15 Geburten, 3 Tauungen und 11 Sterbefälle
statt. Die Einnahme der Gemeindekasse betrug im Rechnungsjahr 1930
42.989,83 RM.
Die Ausgabe 35.842,87 RM.
Die Einwohnerzahl nach der Personenstandsaufnahme vom 10.X.: 617.
Holtheim, den 31. Dezember 1931.
Der Vorsteher Die Gemeinde-Verordneten
Diekmann (Nr. 20) Rosenkranz Schäfers
Breker Günther
Gockel Beseler