1941
Januar
Im Gegensatz zum Vorjahr war der Winter 40/41 verhältnismäßig
gelinde. Während der Januar starke Schneefälle hatte, trat anfangs
Februar heftiges Tauwetter ein sodaß bei verschiedenen Einwohnern die
Keller unter Wasser standen. Anfang Januar setzte starker Schneefall ein, sodaß
der Postverkehr für die Gemeinde 8 tage ruhte. Am 30. Januar, dem 8. Jahrestag
der Machtergreifung, kennzeichnete der Führer England nochmals als den
Alleinschuldigen an diesem Kriege, dessen Angriffsversuche unter den Schlägen
der deutschen Wehrmacht an allen Fronten zerbrachen.
Februar-März
In den Monaten Februar und März war kaum noch stärkere Kälte.
April
Der Monat April brachte viele Regen- und Schneeschauer, die Witterung ging allmählich
in einen feuchten aber milden Frühling über.
Mai
Die Witterung im Monat Mai war ziemlich regnerisch.
Juni
In den Morgenstunden des 22. Juni wurde dem deutschen Volke durch einen Aufruf
des Führers bekannt gegeben, daß die deutsche Wehrmacht zu dem größten
Gegenangriff aller Zeiten angetreten sei: Zum Kampf gegen Sowjetrußland.
Im Verein mit finnischen und rumänischen Truppen, denen sich später
noch Slowaken, Ungarn, Kroaten und Freiwillige aus Spanien, Holland, Schweden
und Norwegen anschlossen, vollzog sich an der Ostfront der gewaltige Aufmarsch
vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer. In den Grenzschlachten vom 22. Juni bis
11. Juli wurden die sowjetischen Angriffsarmeen bei Bialistock, Minsk und Lemberg
vernichtet oder geschlagen.
Juli
Die Sommerferien dauerten in diesem Jahre vom 17. Juli bis 23. August. Am 16.
Juli wurden die Arbeiter Wilhelm Günther, Karl Geilhorn und Heinrich Bröker
zum Heeresdienst einberufen. Am 13. Juli ist der Schütze Xaver Paschen
im Kampf gegen den Bolschewismus gefallen. Am 25. Juli fielen der Unteroffizier
Josef Tölle und der Gefreite Wilhelm Bönninghausen beide in Russland.
August
Der Monat August brachte viel Regen, die Gerste konnte deshalb nicht eingefahren
werden. An der Ostfront vollzog sich der Durchbruch unserer Armeen durch die
Stalinlinie. Aus Spandau(?) weilten 11 Kinder, 6 Jungen und 5 Mädchen,
zur Erholung in unserer Gemeinde. Diese Kinder wurden durch die N.S.V. (Nationalsozialistische
Volkswohlfahrt) hier untergebracht, und haben sich in vier Wochen gut erholt.
Einige haben an Gewicht 5 bis 11 Pfund zugenommen und sind ungern wieder von
hier fortgegangen. Am 26. August ist der Pionier Karl Geilhorn in Russland gefallen.
September
Der September brachte viel Regen und starke Stürme. Der anhaltende Regen
erschwerte sehr die Einbringung der Körnerernte. Bei den schweren Kämpfen
an der Ostfront ist am 22. September Johannes Diederichs, Sohn der Witw. Diederichs
gefallen.
Oktober, November, Dezember
Die Personenstandsaufnahme betrug am 10. Oktober des Jahres 652 Einwohner. Die
Zahl der Geburten betrug 14. Die Zahl der Trauungen betrug 3. Todesfälle
sind zu verzeichnen: 7.
Am 18. Oktober ist der gefreite Bernhard Meyer im Kampf gegen den Bolschewismus
gefallen. In der Nacht vom 2. und 3. November fiel der erste Schnee. Am 7. November
trat jedoch wieder Tauwetter ein, sodaß die restlichen Herbstarbeiten
und die Saat des Wintergetreides beendet werden konnten. Der Centner Roggen
kostete zu Martini des Jahres 9,10 Mark, Weizen 9,90 Mark, Gerste 8,90 Mark,
Wicken 16,- Mark, Hafer 8,80 Mark, Kartoffeln 3,30 Mark, Butter 1,80 Mark das
Pfund. Der Viehbestand war im Monat Dezember folgender: Pferde 91 Stück,
Rindvieh 474 Stück, Schweine 716 Stück, Gänse 83 Stück,
Hühner 1290 Stück, Enten 28 Stück, Tauben ?, Schafe 423 Stück,
Bienenstöcke 20 Stück.
In den Sommer- und Herbstmonaten wurde im oberen Dorf beim Hause des Josef Joachims
ein Feuerlöschwasserbehälter von 100 Kubikmeter Inhalt gebaut um im
Falle eines Brandes mit Löschwasser versorgt zu sein. Die Prüfung
der Gemeinderechnung 1940/41 ergab folgenden Abschluß:
Einnahme: 53517,66 RM
Ausgaben: 43476,32 RM
Bestand: 10041,34 RM
Abgeschlossen Holtheim, den 31.12.1941
Der Bürgermeister die Gemeinderäte
Günther Junker Gockel