1942
Januar
Vom 1. - 5. war das Wetter milde, Nebel und regnerisch. Vom 6. - 25. Hell und
Kälte bis zu 32 Grad ohne Schnee. Vom 26. - 28. Schneestürme und kalt,
vom 29. - 31. Schneetreiben etwas milder.
Februar
Eine Kälte bis zu 18 Grad hielt den ganzen Monat hindurch an. Der Schnee
lag durchschnittlich 50 - 60 cm tief. Die Straßen mussten von Arbeitern
und Schneeschlitten wieder passierbar gemacht werden. Die Postsachen mussten
mit Schlitten den ganzen Monat hindurch von Lichtenau geholt werden.
März
Vom 1. - 5. mäßiges Tauwetter, vom 5. - 9. Schneestürme. Die
Straßen mussten erneut von Arbeitern und Schneeschlitten passierbar gemacht
werden. Vom 10. - 21. gab es Regen und Nebel. Vom 22. - 31. Nachtfröste,
tagsüber milde.
April
Vom 1. - 8. Regen, Schnee und kalt. Vom 9. - 18. windig, leichter Frost und
Schneeschauer. 19. - 20. milde und Gewitterregen. 21. - 24. meist bedeckt, kühl
und starke Winde, 25. - 30. leicht bewölkt, kalte und stürmische Winde.
Mai
Am 1. Schneegestöber, 2. - 10. bewölkt, heftige kalte Winde und trocken,
11. und 12. warmer Regen, 13. - 18. Angenehm, 19. - 31. Stürmisch, Regen
und Wolkig.
Juni
Am 1. wolkig und rau. 2. - 7. schön und warm und Gewitterregen. 8. - 12.
bewölkt und frisch. 13. - 19. regnerisch und kühl. 20. - 23. Rauhreif
und windig. 24. Warm und Gewitter. 25. - 30. bedeckt und windig.
Juli
1.bedeckt, 2. - 5. schön, warm und bedeckt. 6. - 10. warm, Gewitter mit
Regen. 11. - 23. kalte stürmische Winde und Regenschauer. 24. - 31. wechselnd
schön und Regenschauer.
August
1. - 4. warm und Gewitterregen. 5. - 31. einige Regenschauer, sonst schön
und warm.
September
1. - 11. ziemlich warm. 12. - 14. Gewitterregen und warm. 15. - 17. wolkig,
Regen und kühl. 18. - 25. wolkig und Regenschauer. 26. - 30. wolkig, angenehm.
Oktober
1. warm. 2. - 6. starke Nebel und milde. 7. - 24. windig, regnerisch neblig.
25. - 31. angenehm und milde.
November
1. - 28. abwechselnd Regen, Nebel, Wind, frisch und leichte Nachtfröste.
27. - 30. Wind, Regen und Schnee.
Dezember
1. milde und Nebel. 2. Frost, stürmisch. 3. - 8. Schnee und starker Frost,
Regen und Nebel. 9. - 24. wolkig, milde, Nebel. 25. - 28. starker Frost und
Nebel. 29. - 31. Schnee, milde.
Infolge der schneefreien starken Kälte im Januar waren 4/5 der Wintersaaten, wie Roggen, Weizen und Mengkorn ausgewintert. Wintergerste und Klee war ganz vernichtet. Für die ausgefallene Winterfrucht wurde meist Hafer gesäet. Diese Frucht brachte im Durchschnitt sehr hohe Erträge. Ebenso die Kartoffeln, Runkeln und Steckrüben lieferten gute Erträge. Die Heuernte wurde durch den im letzten Junidrittel einsetzenden Regen stark in Mitleidenschaft gezogen und ein nicht geringer Teil ist ganz verdorben. Für die zum Heeresdienst einberufenen Arbeitskräfte wurden zum Teil Polen und Ukrainer eingestellt.
Statischtisches
Die Personenstandsaufnahme am 10.10.1941 ergab 652 Personen,
die Zahl der Geburten betrug 13, 1 Totgeburt, die Zahl der Trauungen betrug
5, Todesfälle sind zu verzeichnen 10. Am 10.10.1942 fand keine Personenstandsaufnahme
statt.
Die Viehzählung am 3.12.1942 ergab (unleserl.), 465 Stück Rindvieh,
300 Schafe, 633 Schweine, 8 Ziegen, 1113 Hühner, 90 Gänse, 56 Enten
und 21 Bienenstöcke, ferner 94 Kaninchen. Wegebauarbeiten konnten wegen
Mangel an Arbeitskräften im Jahre 1942 nur in geringem Maße ausgeführt
werden.
Auf dem Felde der Ehre sind in diesem Jahre gefallen:
Gefreiter Johannes Gockel am 9.1. in Rußland
Gefreiter Franz Meyer am 18.3. in Rußland
Gefreiter Franz Rennemeyer am 29.3. in Rußland
Soldat Josef Dreker am 22.6. in Rußland
Gefreiter Johannes Beseler am 26.9. in Rußland
Gefreiter Josef Kröger am 27.10. in Rußland
Obergefreiter Willi Hilski am 4.12. in Rußland
Gefreiter Josef Jöhring am 9.12. in Rußland
Unteroffizier Josef Leifeld am 9.12. in Rußland
Soldat Johannes Ziegeler am 20.12. in Rußland.
An den Folgen einer Krankheit starb in einem Luftwaffenlazarett in Amsterdam
der Gefreite Edmund Wrede am 21.3.1942. An den Folgen einer Krankheit starb
in einem Feldlazarett der Schütze Johannes Schmidt am 2.4.1942 im Osten.
Die Prüfung der Gemeinderechnung 1941 - 42 ergab folgenden
Abschluß:
Ordentlicher Etat: Einnahmen 48239,89 RM
Ausgabe 44019,84 RM
Außerordentlicher Etat: Einnahmen 911,32 RM
Ausgabe 911,32 RM
Bestand 4220,05 RM
Abgeschlossen
Holtheim, den 31.12.1942 Der Bürgermeister
Günther (Nr. 13)
Weiterhin sind auf dem Felde der Ehre im Jahre 1942 gefallen:
1. Gefreiter Josef Schäfers Haus-Nr. 12 am 29.5. in Rußland.
2. Gefreiter Josef Haberhausen, Haus-Nr. 93 am 31.5. bei einem Fliegerangrif
auf Cöln.