1944
Januar
Das neue Jahr hielt mit Sturm und Regen seinen Einzug. Bis zur Hälfte des
Monats war sehr warme Witterung. Schnee war im ganzen Monat nicht zu verzeichnen,
doch setzte am Ende des Monats wieder Sturm und Regen ein.
Februar
Zu Anfang des Monats fiel der erste Schnee und blieb den ganzen Monat hindurch
liegen. Eine stärkere Kältewelle war nicht zu verzeichnen.
März
Im Anfang des Monats wechselten Schnee und Regen miteinander. In der Mitte des
Monats hatten wir stärkeren Schneefall, was aber nur von kurzer Dauer war.
Zum Monatsende setzte wieder Regen ein. Starker Frost war in den ganzen Wintermonaten
nicht zu verzeichnen, was sich für die Landwirtschaft nachteilig auswirkte,
da der Boden nicht durchgefroren war.
April
Sehr starker Schneefall setzte im Anfang des Monats ein, musste aber der Frühlingssonne
schnell wieder weichen, so dass Mitte des Monats mit der Frühjahrsbestellung
begonnen werden konnte. Ende des Monats setzte wieder Kälte und Regen ein.
Mai
Kälte, Schnee und Regen wechselten miteinander zu Anfang des Monats. Am
10. setzte dann wärmere Witterung ein und so konnten die restlichen Bestellungsarbeiten
ausgeführt werden. Der Austrieb des Weideviehs konnte wegen des kalten
und nassen Frühjahrswetters erst nach Monatsmitte erfolgen.
Juni
Vom Anfang bis zum 20. war durchweg regnerische Witterung, doch zum Ende des
Monats war schönes Wetter und so konnte die Heuernte gut eingebracht werden.
Juli
Durch den anhaltenden Regen war die Hackfrucht sehr verunkrautet. Es war bei
allem Fleiße nicht möglich ein reines Gemüsefeld zu schaffen.
Demzufolge konnte es nicht anders sein, daß die Hackfrucht im Wachstum
sehr zurückblieb. Wo auf der einen Seite, durch den Krieg bedingt, der
nötige Kunstdünger auch noch fehlte, war vorauszusehen, daß
hier eine Fehlernte eintreten mußte.
August
Im Gegensatz zu den Vormonaten war das Wetter in diesem Monat schön. Am
10. konnte der erste Roggen gemäht werden. Am Monatsende wurde auch der
letzte Hafer gemäht. Der Ertrag beim Wintergetreide konnte als gut bezeichnet
werden, dagegen beim Hafer unterm Durchschnitt, was hauptsächlich wohl
auf Mangel an Kunstdünger zurückzuführen ist.
September
So naß wie der Frühjahr und der Vorsommer gewesen ist, so trocken
stellte sich nun der Herbst ein. Das Pflügen der Felder konnte nur erschwert
vorgenommen werden. Am Monatsende regnete es dann doch noch etwas, so daß
die Aussaat nun doch beginnen konnte.
Oktober
Nach Beginn des Herbstes schien dann auch die Witterung wieder schlechter zu
werden. So trocken, wie im Vorjahr die Runkelernte eingebracht wurde, um so
nasser ist in diesem Jahre eingekellert worden. Infolge der anhaltenden Näße,
war die Aussaat sehr erschwert und deshalb konnten nicht alle Runkelfelder(?)
besät werden.
November
Sehr viel Kälte brachte aber dann erst der November. Tag für Tag platschte
der Regen nieder. Nach Aussage der älteren Leute, haben wir solch einen
nassen Herbst noch nicht gekannt.
Dezember
Auch dieser Monat brachte wie sein Vorgänger sehr viel feuchtes. Als dann
doch zum Jahresende diesem durch einsetzenden starken Frost einhalt geboten
wurde.
Auf dem Felde der Ehre sind im Jahre 1944 gefallen:
1) Rudolf Nutt +15.II.44 Obergefreiter
2) Hermann Nutt +28.II.44 Obergefreiter
3) Xaver Wittlage +10.V.44 (unleserl.)schütze
4) Friedrich Beseler +29.VI.44 Unteroffizier
5) Heinrich Jöhring +23.VII.44 Obergefreiter
6) Josef Jöhring +9.VIII.44 Soldat
7) Franz Schmidt +30.VII.44 Gefreiter
8) Johannes Geilhorn +14.XII.44 Gefreiter
9) Josef Fust +28.XII.44 Obergefreiter
10) Hieronymus Hilski +8.XII.44 Leutnant und Companieschef.
Der Gemeindekassenabschluß für das Rechnungsjahr
1943 ergab:
Einnahmen 46991,77 RM
Ausgabe 46211,04 RM
Bestand 780,73 RM.
Abgeschlossen, Holtheim, den 31.12.1944
Der Bürgermeister
Günther (Nr. 13)